Alle Artikel in: Spanien

fahren, fahren, fahren

Dank einer suboptimalen Terminplanung (oder Procastination beim Bürokram) war es plötzlich etwas eilig mit der Rückkehr in deutsches Hoheitsgebiet. Also von Malaga bis Freiburg 2200 km fahren, fahren, fahren. Kühlschrank voll, Hörbücher (Fitzek: Therapie und Jünger: Stahlgewitter) und eine Podcastliste geladen und los. Bis Barcelona tapfer alle Maut-Strecken umfahren und dann doch langsam die Geduld verloren und über die (teuren) Maut-Bahnen gen Germanien gerollt. Immerhin dank gleichmassigem Rollen mit nur einer Tankfüllung Diesel aus Spanien die knapp 30 Cent teureren Zapfsäulen in Frankreich umfahren.  Jüngers Stahlgewitter bei der Fahrt durch Frankreich passt geographisch. Wollte von Jünger schon seit Jahren mal mehr als nur Ausschnitte lesen. Die sich absehbar lang hinziehende Fahrt, Susi errechnete 19 bis 24 Stunden reine Fahrzeit, bot nun Gelegenheit das ganze Buch zu hören.  Aber stundenlange Beschreibungen des grässlichen Alltags in einem Stellungskrieg, Verwundete, Schreie, Leichen, Dreck, Gasangriffe, unterbrochen von heroischen Selbstdarstellungen des Kriegers – halten nicht wach.Ungefähr bei Perpingnon wurde Jünger abgesetzt und gegen Fitzek getauscht.Klassiker verdrängt Bestseller.  Kann sonst mit Krimis wenig anfangen, beim Lesen schleicht sich zuverlässig die Sorge was …

im Sandkasten

Die geruhsame Fahrt durch den Nationalpark Coto de Doñana endete mit einem Offroad-Sprint.Es begann mit einem kleinem Ausweichmanöver. Beim Umfahren einer kleinen Sandbarriere auf dem Weg pflügen sich Fahrer und Jumper in ein Sandloch. Bei der zügigen Bewegungen von Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten jenseits der Vernunftgrenze war geringe Bodenfreiheit immer sehr willkommen. Je tiefer je besser. (10 cm schwebte mein Simca Ralley II über die Berliner Pflaster).   Aber beim Manövrieren der aktuellen Behausung zwischen Schlaglöchern, Schlammpfützen und Sandhaufen wird jeder Zentimeter Bodenfreiheit gebraucht.So ändern sich die Prioritäten. Hätte jetzt gern 30-50 cm … Durch kleine Sandfelder auf dem Weg kommt man mit Schwung und Drehmoment. Wenn aber Gewicht und Schwung auf ein etwas tieferes Sandfeld oder Schlammloch treffen, reduziert Jumper die wenigen Centimeter Bodenfreiheit in Sekunden auf 0. So bereitwillig der Diesel die Masse Auto und Inhalt die Hügel raufschleppt, so konsequent pflügt er sich bei Gelegenheit dann auch bis zu den Bodenblechen in den weichen Untergrund.Befreiung dann durch fleissiges Freischippen, Fahrspur mit Kies oder Zweigen vorbereiten und dann mit Gas und Kupplung aus der Falle schaukeln. Immerhin …

P0299, erledigt.

Er brummt wieder brav die Hügel und Berge hoch. Der Fehler P0299, „Saugluftdruck zu niedrig“, wurde letztlich durch Tausch eines Luftstromsensors repariert.Die Tournee durch 3 Fachwerkstätten endete bei einem Boschdienst. Statt den kompletten Turbolader „in den nächsten Wochen“ zu ersetzen, Lösungsansatz Citrön, wurde innerhalb einer Woche ein Sensor bestellt und getauscht. Hatte mich mental und ökonomisch schon auf einen Tausch des Turboladers eingestellt. Mit dann nur etwa 10 % der erwarteten Kosten, ist die Stimmung sehr aufgehellt. Jumper brummt jetzt wieder brav die Steigungen rauf. Statt konzentrierter Schalterei im optimalen Drehzahlbereich, einfach wieder Tempomat einschalten und rollen lassen. Mit dem kaputten Sensor ging es nur zwischen 2000 und 2500 RPM voran. In der Ebene kein Problem, aber z.Bsp. auf der Strecken von Malaga nach Ronda kriecht man da auch mal mit 30 km/h und Warnblinker die Hügel rauf. Kaum läuft der Antrieb wieder normal, drängen die Abmessungen wieder in die Aufmerksamkeit. Die Anfahrt auf den nett gelegenen Übernachtungsplatz oberhalb von Antequera wurde in einem Forum als „etwas kniffelig mit einem Anhänger“ beschrieben. Na dann kann es ohne Anfänger kaum Probleme …

Reiseplanung Andalusien

Die schlichte Alltagserfahrung „Wer plant, irrt genauer“ hat mal wieder zugeschlagen. Statt, wie geplant, eine Kette von schönen Orten entlang empfohlener Stellplätze abzufahren, steh ich mit Jumper nun erst mal vor einer Werkstatt und warte auf ein kleines Ersatzteil. Aktueller Stand der Diagnose: „defekter Sensor legt den Turbolader lahm, tauschen!“. Das Teil ist gestern in Madrid bestellt, kann bis Dienstag dauern. Also erst mal keine Bergfahrten, dafür mehr Stadtbesichtigung. Vor 120 Jahren drehten sich die logistischen Probleme der Reisenden um Pferde, Kutscher und Herbergen. Reiseplanung mit sowas wie Wikipedia, Satelliten-Bildern und Google-Maps war kaum zu phantasieren. Entsprechend knapp fielen die Planungsansätze aus: Wer Spanien auf bequeme und angenehme Art besuchen will, reise im Frühjahr der Küste entlang und mache einen Abstecher von Malaga nach Granada, und von Cadiz über Sevilla nach Cordova, so hat er das Schönste gesehen, was die Erde ihm zu bieten vermag. Hackländer, Friedrich Wilhelm. Ein Winter in Spanien 1855 (German Edition) (S.4). Kindle-Version. Dagegen bietet der Herr Hackländer sehr ausführliche Landschaftsbeschreibungen. Einfach knipsen gab es ja auch nicht. Die Lektüre von …

grosser Jumper

manchmal ist doch der Wurm drin. ADAC hat endlich eine passende Werkstatt gefunden um Jumper wieder etwas flotter zu machen. Ohne Turbolader wird das Blechzelt doch etwas träge. Endlich kommt der erwartete Transporter, Jumper wird aufgeladen und die Frontschürze legt sich gemütlich auf die Seilwinde des Transporters. Absehbar dass diese Konstellation bei der ersten Bodenwelle zu einem ungewollten Belastungstest der Frontschürze führt. Sieht der erstaunte Fahrer auch so und vermutet erst mal dass der Jumper irgendwie ungewöhnlich lang wäre. Nein, Jumper ist nicht grösser geworden. Die Seilwinde auf dem Abschleppwagen ist einfach erstaunlich ungeschickt montiert. Also warten wir mal was für einen Tieflader Jumper nun als Taxi bekommt.