zu ungeduldig?

Morgens mault die Batterie, unterer Warnpunkt mal wieder erreicht. Sonne versteckt sich hinter Wolkendecke, die Solaranlage liefert satte 3 Watt, die der Router sofort für sich beansprucht.

Zur Sicherheit, noch bevor die Schutzschaltung eine Tiefentladung verhindert, alle Stromfresser abgeschaltet.

Kühlschrank, Gas, Wasser, Diesel, Mobilfunknetz, Käse und Wein sind gut im grünen Bereich. Der Stellplatz hoch oben auf der Klippe über dem Meer entspricht allen Anforderungen der Vanlife-Klischees. Und nun mault die Batterie.

Tiefentladungen verkürzen die Lebenserwartung dieser Bleibrocken nachhaltig.

Einfach mit Buch an den Strand setzen und mal abwarten?

Die Wetterkarte will auch keine kurzfristige Änderung versprechen.

Nein, nicht warten, Aktionismus siegt, auf zum nächsten Landstromanschluss. Genug Waschmaschinen-Kundschaft wartet auch schon in der IKEA-Tüte.

Motor an und zum nächsten Campingplatz mit Stromanschlüssen.

40 Minuten fahren, einchecken, einparken, anschliessen. Alle Akkus, vom iPhone über Notebook bis Standbatterie saugen am Landstrom.

Knapp 5 Minuten später kommt die Sonne raus, blauer Himmel.

Das Ereignis hätte man mit etwas mehr Geduld auch am Strand haben können.

Auf zur Waschmaschine.

auf einer Titanic?!

Bei Ideequadrat  bin ich morgens über das folgende Zitat gestolpert und hab mir anschliessend die zugehörige Podcastfolge aufs Handy gezogen.

Dann hat hat mich das Thema fast die gesamte morgendliche Wanderung an den Klippen bei Aljezur begleitet.

Also das  Zitat:

Die Praxis zeigt, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchaus agile Unternehmenskulturen suchen. Viele Menschen sind allerdings auch so sozialisiert, dass sie in bestehenden Handlungsroutinen stecken bleiben. Sie erwarten, dass Führungskräfte für sie Entscheidungen treffen und meinen, dass funktionierendes unternehmerisches Handeln fixe Pläne und genaue Kontrolle braucht.

(Wolfgang Grilz: Wie stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum agilen Unternehmen? Erschienen in Trigon Themen 01/2018)

Ja, die Landschaft ist auch sehr schön, aber längeres durch den Sand Stapfen verleitet auch zu geduldigem Podcasthören. Die angepeilte Landzunge habe ich auch erreicht.

Also, kommt mir bekannt vor, diese Praxis habe ich auch wiederholt erlebt.

Gleichzeitig kollidierte diese persönliche, höchst subjektive Einschätzung mancher Episoden des Arbeitsalltags immer mal wieder mit der optimistischen Kongress- und Fortbildungswelt.

die X-Y-Theorie

Bei Veranstaltungen zur Weiterentwicklung der Arbeitswelt (die mit dem aktuellen Schlagwortzoo Agil,New Work,SCRUM,Augenhöhe usw.) kommt seit ein paar Jahren das Spiel mit den X und Y Typen.

Läuft so ab, der Referent/Trainer befragt die Gemeinde zur persönlichen Zuordnung in die Motivationstypen X und Y.
Anschliessend Einschätzung der Mitarbeiter/Kollegen/Untergebenen/Genossen.

Ergebnis: Die Anwesenden rechnen sich erwartungsgemäss selbst zur Abteilung „intrinsisch Motiviert“, also Typ Y und die gerade abwesenden Mitmenschen zur Gruppe X. Die brauchen Belohnung und Bestrafung um in Bewegung zu kommen oder zu bleiben.

Lernziel erreicht:
Unterschied Eigen- und Fremdwahrnehmung, Prozentrechnung… das grosse Missverständnis: wir alle wollen doch so gern ständig selbstmotiviert Arbeiten.

Klasse, kollidiert nur zügig und regelmässig wieder mit obiger Praxiserfahrung im Alltag.

Sicher kein Naturgesetz, möglicherweise aber eine sich selbst stabilisierende Zirkelkausalität.
Mitarbeiter und Führungskraft erziehen sich wechselseitig zu „Möhrchenspielen“ (Jahresgespräch, Zielvereinbarung, Stellenpan, Beförderung, Prämien usw.)

Ein stabiles System, dazu:

  • Gegenseitige Bestätigung auf dem richtigen Weg zu sein.
  • Hat lange gut funktioniert, etablierte Regelwerke die Erlernen und Folgsamkeit zuverlässig belohnen.Fast so zuverlässig wie Naturgesetze.
  • Munter wird Abteilungs- und Silodenken gepflegt.
  • Traditionspflege.
  • Abgrenzung statt Vernetzung.
  • Etwas Cargo-Cult mit Büromöbeln und Hardware.
  • Change-Projekte
  • Zentralisierung-Dezentralisierung-Zentralisierung Wellen.
  • usw.

Was tun, wenn man sich in so einem stabilen System wiederfindet, aber an der Zukunftsfähigkeit zweifelt!?

Wieviel Zeit und Energie investieren?

Wie stark ist man schon Teil dieses Zirkels geworden, ohne die Folgen selbst noch wahrzunehmen?

Viele Branchen und Unternehmen haben inzwischen leidvolle Erfahrung mit der Dynamik des Themas gemacht.

VUCA-Welt kommt nicht, sie ist schon da.

Die laufende digitale Transformation ist doch nicht nur ein Modewort der Unternehmensberater, sondern wirbelt wieder Erwarten real auch die eigene Nische durcheinander.
Natürlich auch die Sozialwirtschaft.

Hat man für sich erst mal den Eindruck gewonnen, auf einer zügig durch die Wellen pflügenden Titanic unterwegs zu sein, schwindet das Interesse an Dekoration und Buffet.
Die heroischen Auftritte des Brückenpersonals motivieren zu noch entschlossenerer Suche nach Wechselchancen.

Gar nicht so einfach, woran erkennt man die besseren Alternativen?

Die Begriffe verbrauchen sich so schnell zu Verkaufsfloskeln der Beraterzunft.

Hab ich eins vergessen? VUCA, agil, Augenhöhe… 😉

 

grüne Männchen auf der Straße

Morgens, praktisch vor dem Aufstehen, direkt ins Zentrum von Bordeaux gefahren.

Prima leere Straßen und tatsächlich auch einen Parkplatz für meinen zierlichen Jumper gefunden.

Gegen 10 Uhr dann kleiner Rundgang durch Gassen und hereinströmende Einkäufermassen (Samstag!).

Nach 3 Stunden genug Altstadt, Kirchen und Stadtleben und auf den Weg Richtung Weingut im Norden der Stadt gestartet.

Navi behauptete 1 Stunde 10 Minuten, es wurden 3 Stunden.

Bei der ersten blockierten Brücke nach Westen war die vermutete Ursache noch Unfall oder Bauarbeiten.

Nach dem Ausflug zur nächsten Brücke, auch mit Stau, aber in Bewegung, ging es zunächst flott Richtung Norden und mit schwächeren Verkehr aufs freue Land.

Bis zu einem Kreisverkehr mit vielen Menschen in gelb-grünen Plastikwesten.

Volksfest? Karneval? hätte vielleicht doch mal im Reiseführer lesen sollen.

Die verteilten Flugblätter und angestrengt entschlossen blickende Plakatträger wiesen auf irgend einen Protest für oder gegen Macron hin. Soweit war auch mit null Französischkenntnissen zu verstehen.

Aber kein Verdi-Schick mit roten Fahnen, Trillerpfeife und Müllsack-Uniform zu sehen. Protest für oder gegen Umgehungsstraße war die nächste Vermutung.

Ich hatte Zeit, das Ziel war nur noch wenige Kilometer entfernt.

Dazu etwas Käse aus dem Kühlschrank und das frische Baguette vom Einkauf; auf dem IPad beginnt die Heute-Show vom Vorabend . Also im Jumper gute Stimmung.

Die Besatzung des einheimischen Audis, in der Schlange vor mir,  konnte der Situation weniger Positives abgewinnen.Plötzlich sprintet der Wagen zügig am Stau vorbei auf die Sperrkette der grünen Männchen zu, stopt, lautstarker Meinungsaustausch, dann Sprint im Rückwärtsgang zu einer Abzeigung und reifenquitschender Abgang über einen Feldweg.

Die oberflächliche Idylle der Protestveranstaltung bekam nun doch einen etwas angespannten Nebenton. Zwischen den stehenden PKWs rücken nun Motorradfahrer vor und meutern mit Hilfe aufjaulender Motoren.

Vor mir in der Reihe nun ein Wohnmobil mit spanischen Kennzeichen. Die Insassen nutzen die Zwangspause zum Gassigehen mit den Hunden.

Plötzlich wurde der Kreisverkehr von den Aktivisten frei gegeben.

Inzwischen hatte ich von zwei entrüsteten Damen erfahren, dass es um „Taxes“ geht ?!?

Die Hunde vom Vordermann sind wieder eingesammelt, es geht weiter.

Beim nächsten, mit grünen Aktivisten dekorierten Kreisverkehr, folgte ich sofort den zügig auf Nebenstraßen abbiegenden französischen Kennzeichen.

Am Zielort angekommen erst mal gegoogelt, worum es geht. In der Süddeutschen ( (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frankreich-macron-protest-gilets-jaunes-1.4214095)einen erklärenden Artikel gefunden. In einschlägigen Reiseforen hätte ich gestern schon erfahren können, was für heute wo in Frankreich zu erwarten ist, hab ich aber nicht gelesen.

Zum Abschuss dann wieder mal den Fehler gemacht in den Kommentaren zu lesen.

Die Truppe „Merkel ist schuld/ die Flüchtlinge…“ ist schon fleißig dabei Spritpreise in Frankreich und Diesel-Fahrverbote in Deutschland mit ihren Retroutopien zu verkleistern.

bäh.

Endlich wieder richtiges Internet

Unterwegs, quer durch Deutschland Richtung Süden, war das üppige Datenvolumen von 4 Gig schnell verbraucht. Ein paar Podcasts zur Unterhaltung auf der Autobahn und ein YouTube Video am Abend sorgten schnell für Drosselung auf praktisch Empfangsschluss. Nur Twitter läuft dann noch, auf Dauer etwas zu minimalistisch und beim Fahren keine Unterstützung.

Durch einen Hinweis bei 14qm. ( https://14qm.de/mobiles-internet-in-frankreich/)(link nachtragen) war ich auf eine Datenkarte mit 100GB LTE Volumen für 20€ in Frankreich aufmerksam geworden.

Gibt es „ganz einfach“ am Automaten. War auch einfach, nachdem ich so einen Automaten in einem Zeitungsladen gefunden habe.

Die Automaten lassen sich leicht finden, wenn man Internet hat…jaha!

Google passt auf, die Juli Statistik.

Für die Reise habe ich mein iPad mit einem Google-Konto verbunden und damit dokumentiert Google fast genau wo sich mein iPad so rumtreibt. Und oft bin ich auch in der Nähe. Einmal im Monat kommt dann die Statistik und überrascht mit Kennzahlen.

Die NC500 ist im Juli, Dank der kleinen Kühlschrank-Episode mit dem Spontanausflug nach Westen, ausgefallen. Im Nachhinein betrachtet eine freundliche Panne. An der Westküste war in den letzten Wochen Waschküche mit tiefen Wolken. Hier zwischen Inverness und Aberdeen gab es nur ein paar kleine Schauer.

Lossiemouth, Schottland

20180802 Fores, Schottland

Nach den Tagen am Meer (Cullen und Lossiemouth) ins Inland an den River Spey und die Stadt Grantown. Schöne Landschaft mit Hügeln, Tälern und Fluss.

Inzwischen wieder am Meer südöstlich von Inverness. Bin sehr froh die  Berliner Gross-Sauna mit über 30 Grad zu verpassen.

Mit dem Internet ist es hier doch mühsam, wenn man nicht gerade in einem Tesco-Supermarktkaffee sitzt. Daher sehr verzögerte Wasserstandsmeldungen und Videos. Macht zur Zeit einfach mehr Spass in der Landschaft rumzulaufen.

Neuzugang

20180724

nachdem der Hut links nun schon wiederholt überraschend mit dem Wind davon segeln wollte, brauchte es eine neue Lösung.

Das Exemplar rechts, Tilley T3, hat ein paar Strippen zur Verankerung am Kopf. Eigentlich mal für Segler entworfen.

Und der Tilley ist waschbar !  Der Stetson sammelt Staub ein wie ein Löschpapier und regelmässiges Ausbürsten vergesse ich regelmäßig.

Eigentlich wollte ich in dem Outdoor-Markt in Inverness einen Ersatzkocher kaufen, falls es mit dem LPG-Gas knapp wird. Hier oben im Norden von Schottland sind Gastankstellen gut versteckt oder nicht vorhanden.

Also statt Kocher nun Hut.