Leben auf einem Narrow Boot

Vor ein paar Tagen, beim Beobachten der Fortschritte von Waschautomaten und Trockner, mit einem Engländer ins Gespräch gekommen. Er hat 17 Jahre auf einem Narrow-Boat gelebt. England ist mit einem Netz von schmalen Wasserkanälen durchzogen. Gebaut und unterhalten wurden diese als Transportwege, heute kreutzen dort fast ausschlieslich die langen, schmalen Wohnboote.
Ein paar Videos vom Kanal „cruisingthecut“ hatte ich zufällig gesehen. So hatte ich ein paar Vorstellungen, von was er redet.
Nach 17 Jahren Kanal fahren, ist er nun in ein kleines Wohnmobil gezogen und entdeckt Portugal und Spanien.


https://youtu.be/yMKJR5n4gLw

Wochenendeinkauf

Als bekennender Supermarktmuffel, der nun seit knapp 9 Monaten ungewohnt häufig mit so einem Drahtwagen durch langweilige Regalschluchten irrt, kommt doch immer mal wieder Begeisterung auf. Man kann mit dem vollgepackten Teil von der Kasse direkt zur Schiebetür des Jumpers scheppern und den Kram direkt in Kühlschrank und Stauboxen verteilen. Klasse 😎

Neid und Missgunst

Aus einer abonnierten Facebook-Gruppe mit Thema „Wohnmobil in Portugal“ strahlt mich ein aktuelles Foto von genau dem Strandabschnitt an, an dem ich seit ein paar Tage stehe.
Darunter dann aber keine Beschreibung der schönen Umgebung, Strand, Sonne und  blaues Meer, sondern missmutiges Gejammer über einen zu dieser Jahreszeit wenig besuchten Campingplatz in der Nähe.
Abgesehen von den schwachen Bewertungen des bedauerten Campingplatzes auf Bewertungsportalen, sind Campingplätze nicht unbedingt für alle Reisenden der bevorzugte Aufenthaltsort.
In der Facebook eigenen Meinungsdynamik werden schon Minuten später Foto und Text mit kleinen bunten Symbolkommentaren bedacht. Zustimmung, Freude, Ärger, alles dabei.
Es überwiegt zunächst Unterstützung bei der Entrüstung über diese bösen Platzverweigerer.
Zwischen den Textkommentaren dann die Frage an die Themenstarterin, wo den dieser Platz genau sei.
Überraschende Antwort; ist nicht so genau bekannt, das Fotos wurden von einem Nachbarn mitgebracht.
Kopfkino macht Gong zum Beginn der Vorstellung.
Da startet eine kleine Wandergruppe vom umzäunten Campingplatz und erkundet die fremde Umgebung. Schon nach wenigen hundert Metern Wanderung durch die Umgebung trifft man auf eine Reihe von Wohnmobilen, die da so ohne Parzelle am Sandweg stehen.
Keine Einfahrtschranke und saubere Asphaltstrassen, nur ein paar Abfallbehälter lassen ahnen, dass auch hier Ordnung gehalten wird, wenn auch irgendwie anders.
Aufgeregt eilt die Gruppe zurück in die Einfriedung und zeigt die Fotobeute herum. Auch die Zurückgebliebenen sehen nun, welche schlimmen Zustände jenseits des Zauns geduldet werden.
Kopfkino Pause.
In der Facebookgruppe nimmt die Diskussion inzwischen eine unerwartete Richtung. Statt der beliebten Auseinandersetzungen zwischen dogmatischen „Freistehern“, Campingplatznutzern, Wohnmobilisten usw. beginnt ein Erfahrungsaustausch zum Sandweg über den Klippen.
Da werden Links zu alten Reiseberichten und Tips zu nahe gelegen Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und zur Geschichte des ursprünglichen Fischerortes beigefügt.
Da hat sich die Lektüre der Kommentare doch mal gelohnt.

2018, zu viele Punkte auf der Karte

Viele Orte, viele Kilometer und Eindrücke.

Es fehlen ein paar Punkte in Spanien und Frankreich, da hat Google nicht richtig aufgepasst.

Die Möglichkeiten eines Wohnmobils verleiten zum spontanen Ortswechsel. Wenn das Wetter oder die Nachbarschaft nicht passt, Schränke einräumen, Klappen zu, Motor an und weiter. Dabei braucht es, rückblickend betrachtet, oft nur einen Tag Geduld und die Regenfront ist durch oder der mit Stromaggregat nervende Nachbar verschwunden. (gestern erstmals erlebt wie nervig so ein Gerät auch noch in 20 Metern Abstand sein kann).

Eine beim „fahrenden Volk“ bekannte Unruhe, die sich mit der Zeit legen soll. Es ist im Jahresverlauf schon besser geworden, aber noch weit entfernt von meinen Vorstellungen.

Meine Erfahrungen mit guten Vorsätzen, egal ob zum Jahreswechsel oder direkt nach ersten eiligen Analysen  kleinere und grösserer Pannen, dämpfen die Bereitschaft da viel Energie zu opfern.

Aber grobe Richtungsentscheidungen zur Orientierung habe sich bewährt.

Also:

  • 2019 weniger Orte und Kilometer, mehr „Osten“ (Spanien, Polen, Litauen) und Norden (Norwegen).
  •  einfach länger stehen, Umgebung erkunden
  • mehr lesen
  • weniger Evernote, mehr WordPress

reicht schon !

Neujahr

Hey Leute, von mir schon mal einen super guten Rutsch heute Abend!

Mir ist wichtig, dass ihr wisst wie sehr ich euch schätze. Ihr seid prima! Das kommt von Herzen und ist nicht eine dieser copy & paste Nachrichten die jedes Jahr aufs neue wieder total unpersönlich in alle möglichen Gruppen weitergeleitet werden! Ihr seid wirklich die beste Hallenhalma Mannschaft, die es gibt. Kommt gut rein ins neue Jahr 2012!

Euer Rolf 😎

Muster finden (DreamSideOut, The Conservation)

Zeichnen als Gespräch mit dem leeren Blatt.

Zwei Phasen.
Es beginnt mit schnell gezogenen Linien auf dem weißen Blatt.
Aus den Linien und Kreuzungen bilden sich Muster und verblassen wieder.
Die einzelne Linie hat keine Bedeutung, erst mal in Gang kommen, Möglichkeiten schaffen.
Im Zeitraffer des Videos ein leichter und schneller Prozess.
Mehrmals bietet das Gekritzel geahnte Gestalten an und die werden wieder verworfen.
In der zweiten Phase ist die Entscheidung für eines der Gesichter gefallen.
Auch im Zeitraffer erkennbar, wandeln sich die schnellen Zeichenbewegungen zur langsameren, konzentrierten Detailarbeiten..
Hier kritzelt offensichtlich nicht der unbedarfte Amateur, der Zeichnerprofi nutzt gezielt sein Handwerk.
Sorgfältig werden mit feinen Strichen Lichteffekte in die Augen gebracht. Ein Gesicht wird lebendig und bekommt Ausdruckskraft.
Die wirren Krakellinien des Anfangs sind schon lange überdeckt oder gelöscht, bleiben doch Basis der entstandenen Zeichnung.
Wie ein neu zu begreifendes Wissensgebiet, erst mal frei Impulse, Fakten und Geschichten sammeln.
Langsam bilden sich, wie von selbst, Muster aus Begriffen und  Zusammenhängen. Immer neue Perspektiven auf das Gebiet. Es wird vertrauter, manchmal aber auch unverständlicher wie erwartet.
Eine neue, eigene Landkarte entsteht.
Der Übergang vom lockeren, absichtslosen Liniensammeln zum Ausgestalten eines erkannten Musters ist der schwierige Punkt.
Mit der schnellen Entscheidung für ein entdecktes Muster aus Begriffen und Zusammenhängen, kommt gleich auch der Verdacht, eine wesentlichere Alternative zu verpassen.
Aber beim längeren Sammeln von Material und Perspektiven schwindet die Zuversicht noch zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
Was tun?
öfter Karten zeichnen, schneller Scheitern übt 🙂

 

 

beim fünften Versuch habe ich es dann kapiert

Sonnenuntergang am Meer, dösige Beobachtung der beginnenden Vorstellung.
Die Nachbarn links und rechts, Engländer, sind zur Beobachtung eines wichtigeren nationalen (Liverpool gegen ?) Fussballspiels in eine der Strandkneipen abgezogen.
Ruhig hier oben auf der Klippe.

Unten am Strand springt eine Gestalt in ein Sandloch, verharrt in Lauerstellung.
Sprungstil und Haltung erinnern an Katze beim Jagen, ist aber keine Katze.
Wieder springt sie auf, ein paar Schritte zurück zum Meer, kurzes Verharren und wieder dramatischer Sprung mit ausgebreiteten Armen und Beinen.
Wie eine Katze beim Fangen, aber Katzen tragen keine Kleider.
Nun wider Hocke, vor dem Mauseloch?
Wiederholung der Übung, unermüdlich wie ein Skateborder beim neuen Trick.
Etwa beim fünften verfolgten Sprung hab ich es dann kapiert.
Selfie am Strand!
Kamera einstellen, Springen, Ergebnis kontrollieren, nächster Versuch.
Die Ansprüche steigen, einfachen Sonnenuntergang haben alle.
Etwas Dynamik hilft hoffentlich beim Kampf um die Aufmerksamkeit.
Und während ich hier so tippe, rauscht noch eine Drohne mit Positionslichtern in wichtiger Mission durch die einsetzende Dämmerung.
Hab noch nicht entdeckt, wer oder was nun noch auf der roten Klippe in Szene gesetzt werden muss.

schon wieder

Da zu Weihnachten ein kurzer Ausflug ins kalte Berlin vorgesehen ist, bummelte Jumper nun langsam Richtung Norden / Lissabon.
Donnerstag Abend, auf halber Strecke zwischen Algarve und Lissabon, auf einem idyllischen Stellplatz am Atlantik, wurde der Kühlschrank mal wieder durch mangelhaftes Kühlverhalten auffällig.
Elektrische Zündung zündete mal wieder nicht in den Gasbetrieb.
Routiniert wurden die, seit der Episode in Schottland bekannten, Schwachpunkte abgesucht. Nur diesmal ist das Klicken der Zündung deutlich zu hören, mit neuer Batterie noch deutlicher, aber keine Zündung der Gasflamme. Gastank ist voll.
Thermometer im Kühlschrank bestätigt die gefühlten Plusgrade. Eine  Differenz zur Raumtemperatur ist kaum noch wahrnehmbar.
Die Guiness-Dosen im Kühlschrank werden die ungeplante Wärmeentwicklung stoisch hinnehmen, die Käsesammlung vermutlich nicht.
Spätere Zündversuche führen zu einem zwiespältigem Erfolg. Nach einigen Fehlversuchen springt der Brenner mit gedämpften Knall einer Fehlzündung an, um dann wenig später wieder den Betrieb einzustellen.
Diagnose nach Fahndung in den einschlägigen Foren: Gasbrenner ist vermutlich verdreckt oder defekt.
Gasanlage, neben Lenkung und Bremsen der Bereich wo bei mir keinerlei Interesse an entdeckendem Lernen besteht. Werkstatt !
Also Abendessen mit viel Käse und nächste Werkstatt ergoogeln.
Das Suchergebnis bestätigt dann auch leider nur die Hinweise der Reiseführer: passende Werkstätten an der Algarve, in Lissabon auch, aber keine positiven Empfehlungen.
Wie damals in Schottland, nächste Werkstatt in 200 km in der falschen Richtung.
Am nächsten Morgen, nach Käsefrühstück, zurück nach Süden.
Navi behauptet, für die 180 Kilometer sind 2 1/2 Stunden zu erwarten.
Erscheint mir etwas lang, Navi behält recht.
Hörbuch an
(passend„Disrupt Yourself…“ von Christoph Keese )
und los gerollt.
Während der Fahrt wird im 12 Volt Betrieb Kühlschrank und Guiness wieder runter gekühlt.
Mittags, bei der Werkstatt angekommen, zündet der Kühlschrank beim ersten Versuch; natürlich.
Aber bei weiteren Versuchen wiederholt sich dann die Zickerei mit Fehlzündungen und instabiler Flamme.
Statt längerem Säubern und Justieren kommt ein neuer Brenner rein.
Der hat ein paar kleine Brennschlitze mehr, vielleicht eine Verbesserung.
Zum Abschied prognostiziert mir der englischstämmige Fachmann den üblichen Ausfall des Betriebswahlschalters bei diesem Dometic-Modellen. Die Kontakte korrodieren bei zu wenig Gebrauch, so wie ganz, ganz früher die besonders empfindlichen Drehpotentiometer bei den teuren Radios.
Wo wir nun schon mal wieder hier sind und der Himmel ist blau.
Mit neuem Brenner, kühlendem Kühlschrank, kaltem Guiness und Buch verbringe ich nun das Wochenende am Algarve-Strand.
Ausnahmsweise mal auf einem bis auf den letzten Platz gefülltem Strandweg zwischen vielen weissen rollenden Alterssitzen.
Montag dann neuer Start Richtung Lissabon.

Antennenbastelei

Beim Surfen durch meine RSS-Feeds zufällig (gibt es Zufälle!?) gefunden, auch Andere plagen sich zeitweise mit schwachem Empfangssignalen rum.

Gerade an interessanten, abgelegenen Stellplätzen, wie z. Bsp. Alferce im Alentejo, ist das LTE-Signal oft erst nach mehrmaligem Umparken des Jumpers ausreichend stabil. Praktisch wäre da eine bewegliche LTE-Antenne.

Bei Mosaikum heute eine interessante Bastelanleitung für den Einsatz einer LTE-Antenne gefunden:

Nach zwei Urlauben komme ich nun endlich mal dazu, einen kleinen Erfahrungsbericht zu meiner LTE-Antenne zu schreiben, da ich die wenigen Blogbeiträge, die es damals dazu gab, auch als sehr hilfreich empfunden habe

Wildcamping im Mini-Womo mit großer LTE-Antenne

PS: Schade, Mefisto wurde offensichtlich durch einen kleinen Minicamper ersetzt und  im Ruhestand oder auf dem Schrottplatz gelandet.

zu ungeduldig?

Morgens mault die Batterie, unterer Warnpunkt mal wieder erreicht. Sonne versteckt sich hinter Wolkendecke, die Solaranlage liefert satte 3 Watt, die der Router sofort für sich beansprucht.

Zur Sicherheit, noch bevor die Schutzschaltung eine Tiefentladung verhindert, alle Stromfresser abgeschaltet.

Kühlschrank, Gas, Wasser, Diesel, Mobilfunknetz, Käse und Wein sind gut im grünen Bereich. Der Stellplatz hoch oben auf der Klippe über dem Meer entspricht allen Anforderungen der Vanlife-Klischees. Und nun mault die Batterie.

Tiefentladungen verkürzen die Lebenserwartung dieser Bleibrocken nachhaltig.

Einfach mit Buch an den Strand setzen und mal abwarten?

Die Wetterkarte will auch keine kurzfristige Änderung versprechen.

Nein, nicht warten, Aktionismus siegt, auf zum nächsten Landstromanschluss. Genug Waschmaschinen-Kundschaft wartet auch schon in der IKEA-Tüte.

Motor an und zum nächsten Campingplatz mit Stromanschlüssen.

40 Minuten fahren, einchecken, einparken, anschliessen. Alle Akkus, vom iPhone über Notebook bis Standbatterie saugen am Landstrom.

Knapp 5 Minuten später kommt die Sonne raus, blauer Himmel.

Das Ereignis hätte man mit etwas mehr Geduld auch am Strand haben können.

Auf zur Waschmaschine.