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wieder in Berlin, gewohnte Sitten ;-)

Gestern wieder in Berlin angekommen.

keine Ahnung, wieso WordPress dieses, und nur dieses, Bild um 180 Grad dreht !?!?

Nach einem kurzen Zwischenstop im Sauerland (Hennesee) dann doch direkt, ohne weitere Unterbrechung, weiter gerollt. Entgegen der Erwartung nur ein Stau kurz vor Hanover, der sich während der spontan angesetzten Mittagspause auf einem Autobahnparkplatz auflöste.  

Überwinterung im Süden abgeschlossen, ein Punkt weniger auf der Bucket-Liste. Die wird dadurch aber kaum kürzer, eher länger. Durch die Reise sind ein paar neue Punkte dazu gekommen.

Der innere Kalender erwartet in Deutschland irgendwie Herbst. Schon auf der Fahrt durch das ergrünende Sauerland, ertappte ich mich mehrmals bei der gedankenlosen Suche nach bunten Laubwäldern an der Strecke.

Tolle Sache, nach dem langen Sommer steht statt Herbst/Winter nun doch erst mal Frühjahr/Sommer auf dem Programm 🙂.
Also erst mal Porsche aufwecken (d.h. Batterie reannimieren) und „Bozenstop-Liste“ für Jumper erstellen und ausräumen.
Dazu einmal kurz Parkplatz wechseln, eine zum Auspacken passendere Lücke wurde frei; und schon Begegnung mit einem Fahrkünstler.

Beim langsamen rückwärts Einparken in die passende Parkbucht, kreuzt ein aufgeregter Kleinbusfahrer meinen Kurs. Gesetzter Blinker, die sichtbare Parkbucht, Bewegungsrichtung und langsame Geschwindigkeit, da sind auch noch ein paar Radfahrer zu abzuwarten, eigentlich eindeutige Situation. Aber entweder zu viel Information für den hektischen Kollegen oder auch keinerlei Interesse an kooperativem Fahrverhalten. Wild gestikulierend kommunizierte er seinen Unmut über ein einparkendes Fahrzeug auf „seiner“ Rennstrecke (30er Zone?).

In Portugal hat es fast 8 Monate gedauert, bis mir ein vergleichsweise dümmliches Verhalten begegnete. Auf einem engen Parkdeck überholte ein Kleinwagen dynamisch rechts am Jumper vorbei und erkannte etwas sehr spät die hinderliche Betonwand, die ich gerade umfuhr.

Also zunächst war ich doch etwas verblüfft ob der Ignoranz. Aber man passt sich ja blitzschnell wieder an heimatliche Umgangsformen an. Nun sehr sorgfältig, vorsichtig und langsam habe ich Jumper an seinen vorgesehenen Platz bugsiert. Und zur Pflege des Karmas dem Honk noch fröhlich zugewinkt.

fahren, fahren, fahren

Dank einer suboptimalen Terminplanung (oder Procastination beim Bürokram) war es plötzlich etwas eilig mit der Rückkehr in deutsches Hoheitsgebiet. 
Also von Malaga bis Freiburg 2200 km fahren, fahren, fahren. Kühlschrank voll, Hörbücher (Fitzek: Therapie und Jünger: Stahlgewitter) und eine Podcastliste geladen und los.

Bis Barcelona tapfer alle Maut-Strecken umfahren und dann doch langsam die Geduld verloren und über die (teuren) Maut-Bahnen gen Germanien gerollt.

Immerhin dank gleichmassigem Rollen mit nur einer Tankfüllung Diesel aus Spanien die knapp 30 Cent teureren Zapfsäulen in Frankreich umfahren. 

Jüngers Stahlgewitter bei der Fahrt durch Frankreich passt geographisch. Wollte von Jünger schon seit Jahren mal mehr als nur Ausschnitte lesen. Die sich absehbar lang hinziehende Fahrt, Susi errechnete 19 bis 24 Stunden reine Fahrzeit, bot nun Gelegenheit das ganze Buch zu hören. 

Aber stundenlange Beschreibungen des grässlichen Alltags in einem Stellungskrieg, Verwundete, Schreie, Leichen, Dreck, Gasangriffe, unterbrochen von heroischen Selbstdarstellungen des Kriegers – halten nicht wach.
Ungefähr bei Perpingnon wurde Jünger abgesetzt und gegen Fitzek getauscht.
Klassiker verdrängt Bestseller. 

Kann sonst mit Krimis wenig anfangen, beim Lesen schleicht sich zuverlässig die Sorge was zu verpassen ein. Aber beim gleichmütig zwischen den LKWs dahin rollen, sind nur Abfahrten oder aufblitzende Bremslichter zu verpassen. Kurzum Krimi hören und KM abfahren passt. 

Bei aufkommender Müdigkeit einfach rechts raus auf einen Parkplatz und hinten im Schlafabteil ne Runde Matratzenwachdienst. Prima. Am 2 Tag nur noch im Camping-Dress (Poloshirt und Jogginghose) die Positionen gewechselt. In Südfrankreich natürlich, dem Rat unzähliger Experten folgend, immer Sicherheitsabstand zu Autobahnparkplätzen gehalten und in kleine Dörfer ausgewichen.

Die Kreditkartenabrechnung wird mir noch nachweisen, wie teuer die Reise über die französischen Mautbahnen kommt, so knapp 160 Euro hab ich mit gezählt.  
Möglicherweise wäre ein Billigflug hin und zurück, zeitlich und monetär, geschickter gewesen. Und ökologisch?! 
3,5 Tonnen knapp 3000 km nach Norden rollen oder einen Rolf hin und zurück fliegen!?   

Wiederholung ist so bald nicht vorgesehen. Termin ist erledigt, es geht jetzt im gewohnten Bummeltempo weiter nach Berlin.

im Sandkasten

Die geruhsame Fahrt durch den Nationalpark Coto de Doñana endete mit einem Offroad-Sprint.
Es begann mit einem kleinem Ausweichmanöver. Beim Umfahren einer kleinen Sandbarriere auf dem Weg pflügen sich Fahrer und Jumper in ein Sandloch.

Bei der zügigen Bewegungen von Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten jenseits der Vernunftgrenze war geringe Bodenfreiheit immer sehr willkommen. Je tiefer je besser.

(10 cm schwebte mein Simca Ralley II über die Berliner Pflaster).  

Aber beim Manövrieren der aktuellen Behausung zwischen Schlaglöchern, Schlammpfützen und Sandhaufen wird jeder Zentimeter Bodenfreiheit gebraucht.So ändern sich die Prioritäten. Hätte jetzt gern 30-50 cm …


Durch kleine Sandfelder auf dem Weg kommt man mit Schwung und Drehmoment. Wenn aber Gewicht und Schwung auf ein etwas tieferes Sandfeld oder Schlammloch treffen, reduziert Jumper die wenigen Centimeter Bodenfreiheit in Sekunden auf 0. So bereitwillig der Diesel die Masse Auto und Inhalt die Hügel raufschleppt, so konsequent pflügt er sich bei Gelegenheit dann auch bis zu den Bodenblechen in den weichen Untergrund.
Befreiung dann durch fleissiges Freischippen, Fahrspur mit Kies oder Zweigen vorbereiten und dann mit Gas und Kupplung aus der Falle schaukeln. Immerhin kein Schlamm und die Schlammschlacht versprechenden Regenwolken ziehen folgenlos weiter.

Aber nach 4 Stunden Sand schippen, Äste unterschieben, vorwärts rückwärts schaukeln usw. war dann irgendwann klar; ohne fremde Hilfe bekommen wir diesmal die 3,5 Tonnen nicht wieder aus dieser Buddelkiste.

Rundum nur Kiefernwald und Sand. Kein Kies, kaum Zweige und die nächste Siedlung nach Karte 12 Kilometer entfernt.
Also per Handy Bergungsdienst per Handy für nächsten Tag organisieren und Übernachtung vorbereiten.
 

im Sandkasten

Manchmal hat man auch Glück auf einsamen Waldwegen.

Unverhofft kommt eine Gruppe von 3 kleinen Geländewagen vorbei. Die fröhliche Truppe junger Spanier vermittelt schnell den Eindruck: eine feine Gelegenheit für den Einsatz der technischen Ausrüstung.  
Einer der Kraftzwerge mit Allrad zog dann mit Schleppgurt und 3 Anläufen den Jumper rückwärts aus seinem Sandloch. Nun galt es vor der nächtlichen Schliessung der Tore einen Parkausgang zu finden. Für die Geländewagen haben die Tore weniger Bedeutung; es gibt genug freie Wege. Aber Jumper braucht strassenähnlichen Untergrund und weitere Tests der Geländegängigkeit waren für diesen Tag nicht vorgesehen. Darauf konnten wir uns in englisch-spanischer Kommunikation mit Gestenunterstützung schnell verständigen. 

Also ging es  in zügigem Tempo zum vermuteten offenen Parkausgang. An den Hüpfbewegungen des vorauspreschenden Jeeps war gut zu erkennen, wann Jumper besser mit Vollgas über die nächsten Fahrbahndellen fliegen oder besser nach Vollbremsung durchrumpeln sollte. Hat sehr viel Spass gemacht!.

  1. Kein (erwarteter) Bruch beim Geschirr
  2. ein Regalgestell musste am nächsten Tag wieder komplett zusammengesetzt werden. 
  3. Auf der Bucket-List steht jetzt „Touren mit leichtem Offroad-Fahrzeug “.

Irgendwann haben wir dann einen offenen Ausgang gefunden und pflegen nun den Muskelkater vom Schippen.

P0299, erledigt.

Er brummt wieder brav die Hügel und Berge hoch.
Der Fehler P0299, „Saugluftdruck zu niedrig“, wurde letztlich durch Tausch eines Luftstromsensors repariert.
Die Tournee durch 3 Fachwerkstätten endete bei einem Boschdienst. Statt den kompletten Turbolader „in den nächsten Wochen“ zu ersetzen, Lösungsansatz Citrön, wurde innerhalb einer Woche ein Sensor bestellt und getauscht.

Hatte mich mental und ökonomisch schon auf einen Tausch des Turboladers eingestellt. Mit dann nur etwa 10 % der erwarteten Kosten, ist die Stimmung sehr aufgehellt.

Jumper brummt jetzt wieder brav die Steigungen rauf. Statt konzentrierter Schalterei im optimalen Drehzahlbereich, einfach wieder Tempomat einschalten und rollen lassen. Mit dem kaputten Sensor ging es nur zwischen 2000 und 2500 RPM voran. In der Ebene kein Problem, aber z.Bsp. auf der Strecken von Malaga nach Ronda kriecht man da auch mal mit 30 km/h und Warnblinker die Hügel rauf.

Kaum läuft der Antrieb wieder normal, drängen die Abmessungen wieder in die Aufmerksamkeit. Die Anfahrt auf den nett gelegenen Übernachtungsplatz oberhalb von Antequera wurde in einem Forum als „etwas kniffelig mit einem Anhänger“ beschrieben. Na dann kann es ohne Anfänger kaum Probleme geben, wiederholte ich mir immer wieder, als wir uns dann mit angeklappten Rückspiegeln durch enge Durchfahrten zwängten.

Der Platz, gleich unterhalb der zu besichtigenden Festung und oberhalb der verwinkelten Altstadt war dann wirklich nett. Ruhig, schöne Aussicht und kaum Nachbarschaft.

Die potentielle Nachbarschaft war in Parkbuchten am Sportplatz am Rande der Stadt versammelt.
Nun war die Vermutung, wir haben einfach die kürzeste, aber auch ungünstig enge Zufahrt von rechts erwischt. Der Parkplatz hat ja zwei Zugänge. Nach Besichtigung von Festung und Altstadt einfach und entspannt den anderen Weg nach links, scheinbar direkt zur Stadtgrenze rausfahren.

Die breite Strasse abwärts, aus Google-Vogelschau eine wirklich breite Strasse, ist eine Treppe.

Prima für Mountain-Bikes, nix für Jumper. Die kleine unscheinbare, steile Gasse, mit Handlauf für Fussgänger an der Seite, ist die einzige Verbindung zur Hauptstrasse. Auch Susi behauptet, dies sei eine Strasse.

Spiegel einklappen, mit Kriechgang und Bremse ganz langsam abwärts.

Da wäre ich nie hochgefahren!

Anschliessend an einer der Talsperren das Wochenende mit konzentriertem Nix-Tun verbracht.

Gutenberg Editor

Etwas ungewohnt und sperrig zu Anfang. Wie fast alle neuen Werkzeuge, fordert der neue WordPress-Editor Umgewöhnung. Besonders die unbewussten Gewohnheiten beim „mal nur schnell was anpassen“ lassen einige Neuerungen („Block, Dokument, Classic !?!“) zunächst umständlich erscheinen.

Auch hier hilft wohl nur, wie bei denn ungeliebten Vokabeln,

stur täglich üben

Kontinuität vor Umfang!

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