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Schleichfahrt

Von Antequera Richtung Malaga geht es mit 7% Steigung erst mal in die Berge. Jumper hält sich tapfer im Windschatten eines Schwerlast-LKW und wir schleichen mit 40 km/h hinauf.

Wieso jetzt schon nach Malaga?
Weil da die nächste Werkstatt mit einem hoffentlich funktionierenden Diagnoserechner dort zu finden ist.

Schon wieder Diagnose Computer, wieso?
Weil zum morgendlichen Start überraschend wieder die freundliche Aufforderung aufflammte „Motor kontrollieren lassen!“.
Das bestellte ODB2-Lesegerät ist noch auf dem Weg von Berlin nach Spanien, also mal wieder zum Fehlerspeicherauslesen zu Citroen. Dort dann freundliche Mechaniker angetroffen, einer sprach sogar englisch, aber der Diagnosecomputer kapitulierte gerade beim durchchecken eines PKWs.

Probleme mit der Datenverbindung. Dann ein Versuch beim Jumper. Dort wurde dann gerade noch ein Fehlersignal vom Turbolader angezeigt, dann stellte das Gerät seinen Dienst völlig ein.

Sichtlich von der Technik genervt, löste der Mechaniker die Kabel vom Gerät, öffnete nun erstmals die Motorhaube und inspizierte den Motor. Äusserlich war nichts weiter zu finden, kein Ölaustritt oder defekte Schläuche am Turbolader. Mehr ist ohne Lesegerät nicht zu machen, da passiert heute sicher hier nichts mehr.

Mit der Ankündigung der längeren Steigung zu Beginn und Hinweisen vor bestimmten roten Leuchten und Temperaturanzeigen,
„wenn rot statt gelb sofort anhalten, dann nur weiter per Abschleppdienst „,
wurde ich Richtung Malaga entlassen.

Nach der spannenden Steigung, zwischendurch hat ich tatsächlich Sorge ob Jumper nicht irgendwann am Hang einfach stehen bleibt, ging es bis Werkstatt dann sanft bergab Richtung Meer. Ohne Turbo ist das Blechzelt doch etwas untermotorisiert.

An der Werkstatt angekommen, von 13 bis 16:30 natürlich Siesta, habe ich nun genug Zeit nach Citroen, Turbolader, Fehlercodes und Preisen zu googeln.

Platzwahl und „weisse Pest“

20190315

In Portugal beginnt die Saison mit dem Räumen von Plätzen.
Bin wohl rechtzeitig Richtung Spanien verschwunden und habe selbst keine Räumung erleben müssen.

Katastrophale Zustände an der Algarve. Die weiße Pest überflutet das Land. Portugal hat schon reagiert und räumt nun viele Plätze täglich und verhängt Strafen. Schade, dass es soweit kommen muss. Aber Parkplätze sind nun mal keine Campingplätze für Wohnmobile! pic.twitter.com/KZxbZDvfTG— AMUMOT (@Andre_AMUMOT) 15. März 2019

https://twitter.com/Andre_AMUMOT/status/1106442630961999872

Hier, in Andalusien, nun ein etwas abgelegener Platz, im Gelände.  Für Jumper noch problemlos erreichbar und keine „weisse Pest“ weit und breit.

Wobei der Begriff „weisse Pest“ m.E. eine etwas irreführende Bezeichnung des Phänomens der Womo-Massen darstellt. Die rollenden weissen Kunststoff-Container sammeln sich gern auf Plätzen und stehen eng beieinander. „Kuschel-Camper“ und „Wohnmobil-Tetris“ sind die noch relativ freundlichen Bezeichnung dieser Gruppe durch die anderen Abteilungen der wachsenden Gemeinde des fahrenden Volks.

Gerade die grösseren Plaste-Container haben eine funktionierende Sanitäreinrichtung an Bord. Die Besatzungen der coolen kleinen Vans hingegen pflegen, mangels entsprechender Ausrüstung, gelegentlich eine am Mittelalter orientierte Entsorgungstechnik. Bei entsprechender Menge, und inzwischen sind in den Küstenregionen grössere Mengen wahrnehmbar, wird es unangenehm in Dünen und Wäldchen nahe der Strände. 

Dass da nun mal selbst die duldsamen Portugiesen die Geduld verlieren und die unhöflichen Gäste von den Stränden scheuchen, ist verständlich.

Hier habe ich ganz andere „Probleme“. Bio-Krawall !

Einen netten Platz fürs Wochenende gefunden. Nächste Nachbarn 200 Meter Abstand, Kühlschrank, Futterkiste und Wassertank sind voll. 

Abends kommen dann auch noch ein paar Pferde zu Besuch.

vielleicht mal Kamera gerade halten ?

Aber die Ruhe täuscht.

Nachts, lange vor Sonnenaufgang, beginnt ein Hahn zu krähen.

Die kleine Landwirtschaft hinter dem Wäldchen hatte ich bisher nicht wahrgenommen.

Unermüdlich pflegt er seine Kommunikationsübungen mit kurzen Unterbrechungen bis in den Morgen. 

Dann antwortet endlich ein zweiter Hahn aus der Ferne. Zum Frühstück ist dann mal Pause. Aber gegen 12 wird weiter gekräht.

Hab den Wohnsitz dann kurzentschlossen 500 Meter verlegt. Vorsichtig und langsam am Ufer entlang rollen, hat ohne Manöverschäden geklappt. Keine Lust für die paar Meter die komplette Umstellung auf Fahrbereitschaft abzuarbeiten.

Mal abwarten, ob noch eine lautstarke „endlich-Wochenende-Feiertruppe“ einen der Grillplätze in Gang setzt.

ruhiger Abend

20190313


Der Tag begann mit einer ganz langsamen Fahrt durch andalusische Berglandschaft von Grazalema nach Zahara del la Sierra. Kaum Verkehr, nur ein paar verschwitzte Radfahrer in bunten Strampelanzügen und vereinzelt kleine Mietwagen mit eifrig knipsenden Insassen. Die Einheimischen kennen wahrscheinlich schnellere Wege. 
Also man konnte ganz langsam fahren, ohne die Chance irgendwen zu behindern. Manchmal einfach stoppen um eine überraschende Aussicht nach einer Kurve zu bewundern. 

Irgendwann war auch diese Strecke zu Ende. Susi sollte ich mich zu einem Supermarkt führen, die Frühstücksvorräte kaum noch vorhanden und der Magen knurrt.Hat sie auch brav gemacht, nur der nächste Supermarkt innerhalb von 30 km lag mitten in einer der kleinen verwinkelten Städtchen. Und schon hing ich wieder in einer engen steilen Gasse, die Susi mir als Durchgangsstrasse verkaufen wollte. Die hohe Dichte an Souvenirläden links und rechts, lies auf ein beliebtes Ausflugsziel schliessen. Zwischendurch wähnte ich mich mitten in einer Fußgängerzone, rangierte mit Jumper zwischen Kaffeegarten-Bestuhlung durch. Irgendwo krähte es dann auch noch aus einer Reisegruppe „guck mal, ein Berliner“.Hatte ich ein Schild übersehen, Fussgängerzone, nur PKW oder ähnliches !? Ich war schon bereit, durch die nächste breitere Einbahnstrasse, ohne Rücksicht auf Fahrtrichtung, die Flucht zum vermuteten Dorfausgang anzutreten. 
Ein einheimischer Lieferwagen preschte zügig in die von mir als weiteres Mauseloch eingeschätzte Gasse. Jumper ist von der Breite ein ganz normaler Lieferwagen. Susi wollte da auch durch. Hab mich dann der Mehrheit angeschlossen.Am Ende der gewundenen, zum Ende natürlich auch noch in einer Kurve ansteigenden Gasse, fand sich dann tatsächlich ein Parkplatz.Zwischen den vielen kleinen PKWs fand sich noch ein Plätzchen für Jumper.Und auch eine Ausfahrt steil abwärts zur Landstrasse war zu erkennen. Mit Rucksack dann los zurück Richtung Supermarkt. An dem war ich schon unbemerkt vorbei gefahren. Einfach übersehen diesen winzigen Laden, kaum grösser wie eine Garage.
Frühstückskram zusammen gesucht und zurück. Entlang der Strecke die Tafeln vor den Sehenswürdigkeiten betrachtet und gestaunt, dass ich mit dem blauen Blechkasten vor wenigen Minuten hier durchgefahren sein soll.

Die tolle Aussicht dazu genutzt einen netten Stellplatz unter  am Stausee zu suchen. Runterfahren, frühstücken, Laptop auf, Brexit-Theater gucken.

Wenige Stunden später ist das Datenvolumen der SIM-Karte wir erwartet aufgebraucht,
Aber unerwartet, mit ausländischer Kreditkarte laesst sich das Volumen entgegen der der Anleitung dann doch nicht aufzuladen.Luxusproblem.Könnte nun ein ruhiger Abend am See werden. Bin dann doch in die nächste Stadt gefahren.

An Tankstellen und Zeitungsläden soll man die Karte direkt aufladen können.  

wissen, wann es vorbei ist

Alle wissen von der Endlichkeit der Reisen. Aber wer mag daran denken.

„Knowing when to quit“ #146 Emerald Steel

„There comes a time when a sailor is faced with the decision when to give it all up and move ashore. If you don’t the decision will be made for you! We also share what happened to our old friend Harry (84) and how his sailing days came to an end:((„