Neueste Artikel

Morgennebel

22.8.2019

Morgennebel verschlafen. Die dünne weisse Dunstschicht knapp über der Waldwiese interessiert beobachtet und wieder eingeschlafen.
Man hätte ein Foto machen können, dazu hätte man kurzfristig die warme Decke aufgeben und hätte das Handy… Fahrradkette.

In der Nähe des Stellplatzes, diesmal ein echter Campingplatz bei Riga, ist der Truppenübungsplatz deutlich wahrnehmbar. Bei der Anfahrt Streckenposten im Wald, markierte Landeplätze und trotz unverständlicher Sprache optisch eindeutige Warnschilder.
Zum Einschlafen gab es in der Ferne Maschiengewehrgeratter. Bisher noch keine der in Kommentaren zum Platz angekündigten Tiefflieger oder Druckwellen.

Ein paar Fotos von der Umgebung, ohne Morgennebel, und dann zur Dusche. Fällt sehr kurz aus. Als bekennender Warmduscher ziehe ich das bescheidene, aber heisse, Duschrinnsal im Jumper einem kühlen Wasserschwall vor.

Mückenfrei

20.8.2019

Rauschende Baumwipfel sind eine Folge des leichten Windes, viel wichtiger: die Mücken haben Flugpause. Die morgendliche Runde über den Bieberpfad, die 3. mittlerweile, bekommt eine ganz neue Qualität. Man kann mal stehen bleiben oder sich sogar ans Wasser setzen, ohne als Beute in einer Wolke surrender Angreifer zu dienen.

Danach dann zurück nach P., Waschtag nachholen. Morgens ist ein Taxi mit drei wanderwilligen Damen gerade von dort angekommen.

Das wg. Feiertag, (20. August, Wiederherstellung der Unabhängigkeit“) geschlossene Informationscenter war die erste Überraschung. Die sieben Kilometer Entfernung bis zum Einstieg des nächsten Rundwanderwegs die Zweite und die wg. Feiertag fragliche Busverbindung zurück voraussichtlich die Dritte. Hab die Drei bis zum Riisa-Moorweg mitgenommen.

Rundum sind die Geschäfte offenen und gut besucht.

In P stehe ich nun vor dem geschlossenen Waschsalon, wg. Feiertag.

Waschtag wg. Feiertag auf Morgen verschieben oder ich suche mir nun doch einen Campingplatz mit Waschmaschine.

kein Waschtag

18.8.2019 Pärnu

Vor dem Frühstück eine Runde mit dem Bromi kreuz umd quer durch die Parks und über die Holzwege der Strandpromenade. Sonntags früh ist fast überall eine optimale Zeit zur ungestörten Besichtigung. Ein Seebad mit Kurhaus, Kurkonzert, Kurkaffees und gepflegten Parkanlagen. Nur an ganz wenigen Ecken erinnern ein paar vernachlässigte Häuser an die „russische Zeit“.

Ein anziehendes Frühstückskaffee ist mir aber auch nicht aufgefallen, also Frühstück mit selbst gebackenem Brot und selbst im Supermarkt erstandenem Lachs.

Nebenan wird in neuem Outfit gefrühstückt, zwischendurch zur Sicherheit noch ein paar Selfies vor den Spiegeln. Apfelbaum, Fallobst und Bank werden jetzt auch mit einbezogen, ein fröhlich plappernder Anwohner etwas gequält abgewimmelt.

Die Gleichzeitigkeit von optischer Attraktivität und konstant freudlos-cooler Mimik (auch bei den Selfies!) ist eigentümlich.

Die gut gefüllte Wäschetasche in Jumpers Keller verlangt so langsam nach Waschmaschineneinsatz. Bei einem Einkaufscenter findet Google Waschautomaten. Also einräumen und Start zum Waschsalon.

Vor Abfahrt noch schell ein Video vom Spiegelhaus. Die Damen sind pünktlich abgereist, Airbnb informierte auch über Buchungsstand (ab heute frei) und Tagespreis (95€).

Die grössere Seitenfläche ist auch verspiegelt, sehe ich jetzt erst. Schick, in sowas will ich auch mal Zeit verbringen. Nur nicht besitzen, die ständige Pflege der Spiegelflächen wäre mir sehr schnell lästig.

Im Waschsalon sind alle 5 Maschinen gut beschäftigt, die wenigen Sitzplätze gegenüber auch. Die Bewegung der Wäschetrommeln wird aufmerksam beobachtet.
Wer hatte die dumme Idee ausgerechnet am Sonntag waschen zu wollen!?

Waschtag spontan verschoben, bei genauerer Betrachtung sind da noch unausgelastete Hemden im hinteren Schrank

30 Minuten Richtung Nationalpark Sooma rollen und Stellplatz am Fluss Halliste suchen.

Spiegelwand

17.8.2019

Die dritte angefahrene Stellplatzalternative ist jetzt so gut, dass ich ausserordentlich zufrieden ob der mäkeligen Ablehnung der vorangegangenen Alternativen bin.

Inzwischen in Estland. Auf dem Platz am Strand in der „lettischen Schweiz“ machte sich am Morgen das Wochenende bemerkbar. Feierfreudiges Publikum baute ein Partyzelt auf, Feuerholz fürs Grossgrillen wurde mit einem kleinen, aber lautstarken Trecker angeliefert und Bier in Mengen kaltgestellt. Zeit zum weiter ziehen.

Beim Auffüllen des Wassertanks noch ein interessantes, langes Gespräch über Glaubenssysteme, aktives Change-Management und agile Consulting-Ansätze geführt !!!???
Ja, schon interessant, was für Zufallsbekanntschaften man unerwartet an Logistik-Stationen macht.

Zurück zum neuen Stellplatz.
Nach verschmähten Platz am Ostssestrand (zu voll) und im Hafen (Plätze am Kai vergeben), führte es mich in eine Wohngebiet zwischen klassischen Holzhäusern.
Kein Durchgangsverkehr da praktisch Sackgasse und nahe Park und Strand.

Kaum eingeparkt, fällt mein Blick auf ein verspiegeltes Gartenhaus. Also keine zusammengeklebten Spiegelscherben-Sperrmüll-Bastel-Schrebergarten-Optik, eine ganze Fassade zwei grossen Spiegelflächen.

Kunstobjekt? Später mal googeln.
Erst mal Jacke, Rucksack, Schuhe für kleinen Rundgang klar machen.

Da tippeln zwei auffällig gestylte Frauen auf das kleine Haus zu, blond und brünett. Blond in bodenlangem Kleid und Highheels, Brünnet in kurzem Hosen und als Schuhwerk eine Mischung aus Sandale und Stiefel. Es gibt sicherlich einen Fachausdruck, gelegentlich mal googeln.

Aus einer Ahnung heraus habe ich gerade meine Umgebung per AirBnB gescannt und auf Anhieb das „exclusive Spiegelhaus“ gefunden.

Die Damen posen inzwischen vor der Spiegelwand.
Zuhause haben die mindestens einen grossen Spiegel, vermute ich.
Jetzt sind die Handys in vollem Einsatz.
Selfie zu zweit, einzeln, Bein frei Rock zur Seite, hoch, links, rechts, Handy hoch, tiefer, über die Schulter… hab inzwischen den Laptop zugeklappt und schaue zu.

Zwischendurch wird telefoniert und ein Anwohner befragt – der Vermieter ist offenbar nicht erreichbar.

Verlasse die Show und laufe die Erkundungsrunde zu Park und Strand. Bei meiner Rückkehr liegt das Spiegelhaus verlassen da.

Wenig später parkt hinter mir der blaue BMW ein. Diesmal wird zielstrebig in Begleitung polternder Rollkoffer das Haus angesteuert. Tür auf, Einzug, Tür zu, fertig!?

Nein, Vorstellung geht weiter. Eingang ist rechts von der Spiegelwand, Aussensitzgruppe ist links vom Haus. Es sind nun sehr viele Gänge zum Transport der Abendrequisiten nötig. Da muss man an der Spiegelwand vorbei und noch schnell mal kurz eine andere Pose testen.
Hab mein Sonnenrollo runtergezogen, sonst komm hier ich zu Nichts und lerne Voyeurismus schätzen.

Morgen guck ich mir mal die Spiegelwand aus der Nähe an und mach ein Foto von dem Zausel mit dem grünen Hut.

Riga, Zeppelinhallen, Sigultar

16.8.2019

Aufwachen in ruhiger Seitenstrasse mit Blick auf Riga.

Das Brot ist gelungen, sehr zufrieden. Und beim nächsten mal geht es auch sicher zügiger bei dem Zusammenrühren der Zutaten.


Nach dem Fiasko mit dem Apfelkuchen wurde diesmal jede Mengenangabe doppelt mit dem neu erstandenen Messbecher geprüft!

Doch das leckere Brot zum Frühstück hat mich nicht gehindert im Zuge der Markthallen Besichtigung ein komplettes kleines Zwiebelbrot wegzumümmeln.
Zur Vorbereitung am Vorabend bei Arte „Märkte – im Bauch von Riga“ (https://www.arte.tv/de/videos/052706-003-F/maerkte-im-bauch-von-riga/) angesehen und morgens gleich früh durch den Verkehr zum Parkplatz vor den ehemaligen Zeppelin-Hallen gekämpft.

locker am Handgelenk mitlaufenden Videokamera, überzeugt nicht. Die Größe der Halle und die Betriebsamkeit zwischen den Marktständen kommt nicht rüber. Die aus dem Süden vertraute Lautstärke und Brüllerei fehlt vollständig, vielleicht liegts auch daran.

Sehr eindrucksvoll diese Hallen von innen und auch aussen. Viel älter und sehen doch freundlicher aus wie das neuere Exemplar in Brandenburg. Die Ausbeute der

Nach gut zwei Stunden durch die Menge streifen und dabei langsam aber vollständig das Zwiebelbrot aus der Tüte wegknabbern ist Abfahrt.

Von Stadt reicht es jetzt erst mal wieder, kann ich mir übernächste Woche genug von angucken.
Kleiner Ausflug Richtung Umland, willkürlich ausgesuchte Flusslandschaft östlich von Riga. Treffer, sehr nett.

Stellplatz zwischen zeltenden Familien. Kleine Tour mit dem Bromi am Fluss entlang. Strecke ist gerade noch so geeignet für die kleinen Räder. Zurück dann über ordentliche Radwege.

Letzte Woche war hier noch Saison, erzählt der Platzwart. Da war alles was schwimmen kann auf dem Fluss. Gemeint sind Kajaks und Kanus auf Einwegtouren den Fluss hinunter.

Inzwischen ist es rundherum ruhig an den Grillfeuern geworden. Gegenüber leuchtet ein weisser Apfel in die Nacht, ein Belgier mit Mac 🙂

Nachtrag vom Folgetag:
Der Nachbar in dem winzigen kleinen Zelt andere Richtung durfte/sollte/musste unüberhörbar mindestens 4 mal in der Nacht rhythmische Gymnastik absolvieren, bevor ich einschlief. Möglicherweise noch ein paar Extrarunden, Respekt!