Alle Artikel in: Litauen

Regenpark

Über Nacht Regen, sieht ungemütlich draussen aus. Frühstücken, dann Parkbesichtigung. Auch nach dem Frühstück regnet es pausenlos weiter. Direkt weiterfahren ohne den Park mal kurz angesehen zu haben, mag ich auch nicht. Also erst mal prokastinierendes Abwaschen, Aufräumen, Mails beantworten, Sim-Karte leer und noch ein Kaffee. Neben Regenjacke residiert auch meine regenerprobte Segelhose schon lange ungestört in einem Staufach und kommt endlich mal zum Einsatz. Der Park ist interessanter wie erwartet. Lange Baumalleen, ein kleiner Fluss mit Brücken und eine Orangerie mit Turm. Der Turm ist deutlich nach einem bekannten Vorbild im Süden Europas Der Brillenträger freut sich über die tropfenfreie Sicht im Regen. Dank Hut entfällt die ständige Wischerei der Brille im Regen. Die breite Hutkrempe funktioniert besser als jede Kappe, hätte Mann auch früher wissen können. Aus dem kurzen Spaziergang wird eine lange Strecke kreuz und quer durch den Park. Darüber ist es inzwischen etwas sehr später Vormittag geworden. Der Regen trommelt immer noch aufs Jumper-Dach. Abfahrt Richtung Lettland und zurück ans Meer. Küste zieht immer wie ein Magnet, egal wie nett die …

Raketenlabyrinth

7.8.2019 Litauen, Raketensilos, Museum kalter Krieg Die 4 runden tiefen Schächte waren die Garage für ballistische Atomraketen mit Ziel Westeuropa. Unter der Erde sind die Raketenbunker mit einem zentralen Steuerungsbunker über ein mehrstöckiges Labyrinth aus Gängen und Kammern verbunden. Mit einem Audioguide in der Hand, immer auf der Suche nach roten Kapitel-Nummern an den Wänden, streife ich durch die Etagen der Bunkeranlage. Nach der langen einsamen Rumpelstrecke hierher durch das Naturschutzgebiet, überraschte der voll besetzten Parkplatz vor dem Eingang. Jetzt gilt es immer genug Abstand zu den lärmenden Besuchergruppen in der Bunkeranlage zu halten. Vom markierten Besichtigungsweg, Linie auf dem Boden, wie bei Ikea, führen verwirrend viele Türen in Nebenräume und Kammern. Wenns schief geht, steht man aber auch mal unverhofft mitten in der nächsten Gruppe. Beindruckender Wahnsinn. Mit was für einem gigantischen Aufwand an Material, Arbeitskraft, Wissenschaft und Kreativität diese Anlage vor 60 Jahren aufgebaut und über Jahrzehnte betrieben wurde. Kommunikationstechnik, riesige Dieselgeneratoren, Schaltschränke, Filterkammern und Tanklager zur ständigen Wartung der Raketen. Und dann diese spezielle Gestaltung russischer Technik aus westlich geprägter Sicht. Erscheint …

Regentag

Sehr früh, in der Eile ohne Kaffee, schon von meinem stillen Parkplatz an der Vogelstation Richtung Norden losgefahren. Mit einer Personenfähre und Bromi als Handgepäck soll es heute zur Erkundung rüber auf die Kurische Nehrung gehen. Erste Fähre geht um 10 Uhr, letzte um 18:30 zurück, so der Zeitrahmen. Natürlich nehme ich nicht den kurzen Weg über die 20km Waschbrett-Piste durch den Wald, sondern den Nerven und Jumper schonenden Umweg über eine richtige Landstraße. Genug Zeitpuffer für Kaffee und Frühstück am Zielort, also schön langsam durch die Landschaft und die Dörfer. Im Hafen angekommen, darf ich nach kurzer Diskussion mit dem Torwächter, nein ich will parken nicht campen, Jumper auf den Parkplatz bei den Ferienhäusern abstellen. Einparken, Wasserkessel und Omnia starten, Mails und News gucken und schon geht der Focus auf Fährabfahrtzeiten verloren. Ein überraschend frühzeitiger Zahlungseingang einer nicht als zahlungsfreudig bekannten Institution fesselt meine Aufmerksamkeit. Nach nur 3 Monaten Bearbeitungszeit hat das Finanzamt Geld zurück gezahlt. Selbstverständlich weniger wie erwartet. Zwecks Erforschung der Gründe für diese Differenz und Vorbereitung fristgemäßer Korrekturvorschläge, wurde der „richtige …

auf dem Stellplatz (bei Vilnius)

Brötchen aufbacken mit dem Omnia, hat gestern schon gut geklappt, war nur zu ungeduldig mit der Zeit. Die Morgenroutine wird umgestellt, zuerst Brot in den Omnia, dann Kaffee usw. Da fallen dann die notwendigen 20 Minuten Backzeit weniger auf. Beim Bewachen des Backvorgangs ein Interview mit Marcus Raitner angehört, hat mir YT vorgeschlagen. Nett wie er auf die Frage zum Umgang mit Widerstand (bei 12:00) reagiert: etwas zögernd „gar net, ich versuche mich auf die zu konzentrieren die nicht den Widerstand leisten sondern auch was verändern wollen“ Stehe in einer bunten Ecke des Stellplatzes. Direkt neben mit ein VW-California mit kompletter Familie, 2 Erwachsene + 2 Kids, immer wieder erstaunlich was in so ein Auto reinpasst. Andere Seite, ein 7 Meter-Teilintegrierter mit älterem italienischem Paar. Markise, Sitzgruppe und Blumentopf mit Gewürzen als Vorgarten. Nachdem er die Satelliten-Antenne sorgfältig ausgerichtet hat, übernimmt ein italienischer TV-Sender die Unterhaltung mit aufgekratztem Dauerplappern (Quizshow?). Quer rüber Pärchen mit Geländewagen und kleinem Kuppelzelt, sehr spartanische Wohnbedingungen. Irgendwann werde ich das auch mal versuchen. Nur um zu erfahren, ob ich damit …