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Weltverschwörungen und Wunschdenken

15.4.2020 Normalerweise plätschern Nachrichten im Hintergrund an mir vorbei. Politikertreffen, Unfälle, irgendein Skandal der Woche, Wetter. Die übliche, konkrete Verbindung zwischen Nachrichtenebene und Handlungsebene kann die Kleidungswahl auf Grundlage des Wetterberichts sein. Bei Fehlentscheidung steht man ohne Regenjacke im Regen, mit Winterpullover im Sonnenschein oder sucht zu spät den Eiskratzer. Das Drama hält sich in Grenzen. Jetzt sind aber, verursacht durch ein zentrales Thema, ein paar wichtigere Entscheidungen auf Basis der aktuellen Nachrichten zu treffen. Die Spanne reicht vom „Nudel-Hamstereinkauf“ bis zur Wohnortwahl. (Eilige Rückreise) Nicht wenige Zeitgenossen sollten oder müssen sich schon jetzt, plötzlich und unerwartet, mit Insolvenzrecht und Förderbedingungen auseinandersetzen. Wirtschaftlich rollt da unübersehbar eine grössere Real-Wirtschaftskrise in Begleitung einer gigantischen Geldmengenexpansion heran. Daran würde auch eine überraschend schnell entwickelte Impfung oder sichere Behandlungsmethode wenig ändern. Passende Episoden in den Geschichtsbüchern beginnen kleiner und enden unfreundlich. Ignorieren oder einfach abwarten und aussitzen fällt diesmal wohl als Alternative aus. Hat man etwas Spielraum, bleibt Zeit für Entscheidungsvorbereitung auf Basis von Informationen… ja schön ordentlich läuft das ab in den Fachbüchern zu BWL und Risikomanagement …

auf einer Titanic?!

Bei Ideequadrat  bin ich morgens über das folgende Zitat gestolpert und hab mir anschliessend die zugehörige Podcastfolge aufs Handy gezogen.   Dann hat hat mich das Thema fast die gesamte morgendliche Wanderung an den Klippen bei Aljezur begleitet. Also das  Zitat: Die Praxis zeigt, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchaus agile Unternehmenskulturen suchen. Viele Menschen sind allerdings auch so sozialisiert, dass sie in bestehenden Handlungsroutinen stecken bleiben. Sie erwarten, dass Führungskräfte für sie Entscheidungen treffen und meinen, dass funktionierendes unternehmerisches Handeln fixe Pläne und genaue Kontrolle braucht. (Wolfgang Grilz: Wie stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum agilen Unternehmen? Erschienen in Trigon Themen 01/2018)   Ja, die Landschaft ist auch sehr schön, aber längeres durch den Sand Stapfen verleitet auch zu geduldigem Podcasthören. Die angepeilte Landzunge habe ich auch erreicht. Also, kommt mir bekannt vor, diese Praxis habe ich auch wiederholt erlebt. Gleichzeitig kollidierte diese persönliche, höchst subjektive Einschätzung mancher Episoden des Arbeitsalltags immer mal wieder mit der optimistischen Kongress- und Fortbildungswelt. die X-Y-Theorie Bei Veranstaltungen zur Weiterentwicklung der Arbeitswelt (die mit dem aktuellen Schlagwortzoo agil, New Work, …