Endlich wieder richtiges Internet

Unterwegs, quer durch Deutschland Richtung Süden, war das üppige Datenvolumen von 4 Gig schnell verbraucht. Ein paar Podcasts zur Unterhaltung auf der Autobahn und ein YouTube Video am Abend sorgten schnell für Drosselung auf praktisch Empfangsschluss. Nur Twitter läuft dann noch, auf Dauer etwas zu minimalistisch und beim Fahren keine Unterstützung.

Durch einen Hinweis bei 14qm. ( https://14qm.de/mobiles-internet-in-frankreich/)(link nachtragen) war ich auf eine Datenkarte mit 100GB LTE Volumen für 20€ in Frankreich aufmerksam geworden.

Gibt es „ganz einfach“ am Automaten. War auch einfach, nachdem ich so einen Automaten in einem Zeitungsladen gefunden habe.

Die Automaten lassen sich leicht finden, wenn man Internet hat…jaha!

ohne Flaterate in UK

20180721

Verwöhnt durch die Zeit mit Internet-Flatrate in Portugal und Irland muss man sich doch ganz schön umstellen in UK.

Für den Upload von 2 Minuten Video hat sich der Zugang im Kaffee hier nun 30 Minuten abgemüht. In der Zeit wurden i Gegenzug genug Hörbücher und Podcast-Folgen für die Weiterfahrt nach Inverness aus dem Netz gezogen.

Zum Besuch von New Lanark kam es nur durch einen Zufall. Die Suche nach einem Übernachtungsplatz auf halbem Weg zwischen West- und Ostküste Schottlands führte mich auf einen Parkplatz oberhalb von New Lanark.

Erst beim abendlichen Rundgang bemerkte ich dann die Anlage und erinnerte mich dann schwach an Schulwissen über die sogenannten „Frühsozialisten“ und Robert Owen.

Was vor 200 Jahren utopisch, sozialistisch und revolutionär war, zum Beispiel Arbeitszeiten unter 10 Stunden pro Tag oder Schulpflicht für Kinder, wird heute auch von  konservative Zeitgenossen als sinnvoll akzeptiert und führte nicht zum wirtschaftlichen Untergang :-).

 

kuscheliger Standplatz

20180629

Erste Reihe, wieder mal freie Sicht auf Ebbe und ein netter kleiner Ort in Laufweite.

Kann mich nicht erinnern schon mal so eingebaut gestanden zu haben.

Manche mögen diese Geselligkeit, ich weniger.

Für dieses Wochenende muss es ein Stellplatz in der Nähe vom Flughafen sein und so groß ist die Auswahl hier in der Gegend um Dublin nicht.

So ganz einfach ist es bisher an der Ostküste von Irland nicht mit den Stellplätzen.

Größere Parkplätze sind hier regelmäßig mit Höhenbeschränkungen von 2 Metern dekoriert und von Ort zu Ort zwängt man sich zwischen Hecken und Mauern auf schmalen Straßen durch die Landschaft. Nett anzusehen, aber es nervt ,wenn oft erst nach vielen Kilometern ein Gelegenheit zum links (! 😎) ranfahren kommt, um mal auf die Karte zu sehen.

Ja, die Einheimischen stehen dann einfach in der Spur und fertig. Mir ist es dann doch (noch ?) nicht so geheuer mit dem großen blauen Kästen einfach mal so die Gasse zu blockieren.

Letztlich finden sich mit Hilfe von Satelliten-Aufnahmen, Park4night und ähnlichen Systemen irgendwann auch gute Plätze, aber es braucht Zeit und Geduld.

Gestern hat es 3 Anläufe gebraucht und der dann gefundene Stellplatz in dem kleinen Fischereihafen war dann auch ganz prima.

Und am nächsten Morgen gab es dann auch Wasser und Flut.

Pause am Meer

ungefähr 2 Tage brauche ich um an einem Ort richtig anzukommen.
Dann sind die Versorgungsstrukturen klar, Jumper befindet sich im „Standzustand“ und ich beginne auf Details wie Nachbarn und Architektur zu achten.
Kurz hinter der spanischen Grenze habe ich diesen Prozess (mal wieder)  bewusst abgebrochen.
Grenzüberschreitungen sind (noch) in Europa undramatisch bis kaum wahrnehmbar, aber ich bin dann doch schon alt genug, um Erinnerungen an andere Gegebenheiten in Erinnerung zu haben.
Die Geschichte der beiden Städte, Tui und Valenca, begann mich zu interessieren und gleichzeitig steht Irland auf dem Programm.
Dank Internet findet der Lesejunkie zum Thema  mehr wie er sinnvoll verarbeiten kann.
Etwas viel zu viel Durcheinander in kurzer Zeit, Abbruch, wir haben Termine.
Nach Entscheidung steht nun direkter Weg durch Spanien nach Santander zum Fährhafen an. So interessant die kleinen Städtchen an der Landstrasse mit den schicken Natursteinhäusern auch aussehen, zügig geht es weiter nach Nord-Osten. Spanien kommt später dran.
Statt durch die Berge, sicher auch schön, an der Küste entlang über die langweilige Autobahn.
Gestern Zwischenstop in Galizien, Stellplatz zwischen Fussballplatz und Park am Fluss.
Heute morgen um 8 Uhr ! (bei 9 Grad ! Aussentemperatur ) weiter gefahren.
Um 11 wurde heute (13.6.) dann langsam Frühstück fällig.
Runter von der Autobahn, Richtung nächstes Ortsschild.
Auf der erfolglosen Suche nach einem Bäcker oder Ähnlichem am Meer hängen geblieben.
Fotomotiv trocken gelegtes Fischerboot und Blick auf Brandung lockt gelegentlich  weitere Besucher auf den abgelegenen Platz.
Die absolvieren das Pflichtprogramm an Fotos und fahren dann zügig weiter, zum nächsten Fototermin ?
Mümmle bei offenen Schiebetür mein Frühstück und freue mich über Jumpers Küchenzeile mit wechselnder Aussicht:-)
Die neuste Investition, Espresso Kanne für 8 €, liefert im dritten Anlauf nun auch leckeren Kaffees zum wach werden.
So nun weiter Richtung Santander, lange Podcastfolge (https://soundcloud.com/kueppersbuschido/episode-23) zur Unterhaltung aussuchen und stur weiter fahren. (Gute Wahl !!)
Sollte auf der Fahrt eine Geschwindigkeitsfalle mit Kamera ausgelöst haben, ich erwartete Abbildung eines auffällig fröhlichen Fahrers.

zweite Chance für Ziggy

letzte Woche hat sich überraschend eine meiner bevorzugten Frühstücksshows mit einem Video verabschiedet. (Frühstücksfernsehen mit Ziggy)

Ein reichlich gefrusteter Armando kündigt das Ende seiner täglichen(!) Morgensendung an.

Und dabei war ich doch schon so gespannt auf die angekündigten Irland-Videos. Armando und Mel waren ein paar Monate dort, wo ich in 2 Wochen erst hin will.

Es ist immer wieder bewundernswert, wie hartnäckig konstant manche Vlogger ihr Publikum regelmäßig mit Informationen und Unterhaltung versorgen. Damit meine ich nicht die z.T. gut finanzierten Vollzeit-Profis mit den funkelnden Lifestyle-Darstellungen. („Vanlife“ bei YouTube suchen und staunen 😎).

Die kinderleichte, knipsende und filmende Dokumentation von Ort, Zeit und Eindrücken mit Hilfe eines iPhones sollte nicht zu dem Irrtum verleiten, Content-Produktion wäre nebenbei mal schnell gemacht.

Aber inzwischen hat sich Armando die Sache wieder anders überlegt und macht, mit niedrigerer Taktung , weiter.

Damit besteht auch wieder Hoffnung für Ziggys  (oder wie auch immer sich der Name des ambitionierten Darstellers schreibt) Karriere als Video-Darsteller.

Aktenzeichen XY, Sicherheit beim Campen

diese Sendung im ZDF gibt es immer noch, aber inzwischen ohne Eduard Zimmermann.

Weil das Thema „Sicherheit beim Campen“ naheliegend interessiert, hatte ich mir diese Folge in der Mediathek angesehen. Keine gute Idee.

Dramatisierung mit nerviger Musikuntermalung und nachgestellten Szenen in einem betont laienhaften Stil. War das früher auch schon so albern oder ist das neu?

Absicht um Authentizität zu betonen? Schauspieler spielen Laiendarsteller?

Das Gesamtkunstwerk  konkurriert mit der Satire von Doku-Dramen und weniger einem Informationsangebot. Die öffentlich-rechtlichen Sender achten irgendwie doch auch auf Quote und die Zielgruppe scheint den Zirkus zu mögen.

Doch die Informationen zwischen dem Unterhaltungstheater wirkten auch etwas schräg und nur eingeschränkt glaubwürdig.

Aber natürlich prägen eigene Erfahrungen die Sicht, Einbruchsdiebstahl auf einem bewachten Parkplatz zwischen anderen Wohnmobilen am Tag. Manche der Empfehlungen wirken da etwas weltfremd.

Als dann auch noch die obligatorische Geschichte vom Gasüberfall präsentiert wurde und der Experte nur verhalten den Wahrheitsgehalt in Frage stellte, bekam das Gesamtkunstwerk dann auch noch ein Sahnehäubchen. Zeitverschwendung,  es fehlte nur noch die  Werbeeinblendung für Narkosegaswarnanlagen und Schlangenöl.

Gewundert habe ich mich etwas über die Beteiligung von Whatabus. Das Paar führt ein interessantes Blog zum Leben und Reisen im Van und macht da einen kompetenten Eindruck.

So ganz glücklich scheinen sie mit ihrem Auftritt und der dramaturgischen Bearbeitung auch nicht zu sein.

Nachlese zu unserem Auftritt bei „Aktenzeichen XY – Urlaubsfalle“ – Sicherheit beim Campen

Art of Travel

Das lange gesuchte Zitat zur Illusion vom einfachen Leben bei Betrachtung betont einfacher, schlichter Wohnbauten war in einem ganz anderen Buch.
Immerhin,  der Autor stimmt: Alain de Botton.
Seit vielen Jahren lese ich immer mal wieder in diesem Buch übers Reisen. Das Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten beim Besuch fremder Orte, eine Tradition mit enormer Sogwirkung, hat mich schon bei ersten Reisen irgendwie angeödet. Ich  konnte mir aber nie so plausibel erklären, was genau diesen Verdruss auslöste.
In „Kunst des Reisens“ fand ich damals, etwa 2004, eine Menge Ansätze um die Frustfallen hektischer Reiserei zu bewältigen.
Und, nicht zu unterschätzen, die beruhigende Erkenntnis, es geht nicht nur mir so.
Nun befinde ich mich auf der bisher längsten Reise meines Lebens und hab mein Reiselehrbuch nicht dabei, Klasse!
Letzte Woche, beim Berlinausflug, waren die Markierungen schnell wieder gefunden, aber jetzt liegt das Buch dort auf dem Sessel, einfach vergessen einzupacken.
Kein Problem, Amazon ansteuern und die elektronische Version suchen.
Gibts aber nicht, nur das Orginal in Englisch.
Die Beschäftigung mit den Gedankensprüngen und Assoziationen dieses Autors ist für mich in deutsch ausreichend komplex; in englisch wird das  zu mühsam und langsam.
Damals, etwa 2002, war Alain de Botton noch nicht so bekannt dass jede Neuerscheinung auch gleich ins Deutsche übersetzt wurde.
Aber bei der Suche fand sich dann der Film der mal zum Buch produziert wurde.
Auf YouTube in voller Länge, auch englisch aber doch gut verständlich.
Alain de Botton: The Art of Travel:
https://youtu.be/kETN114A4IE
(keine Ahnung wieso hier nun nicht das Video eingeblendet wird!? )
Im Film kommt die Passage mit der Faszination der einfachen, schnörkellosen Architektur nur indirekt vor. Der Autor radelt mit zwei jungen Frauen durch niederländische Strassen und bewundert die Wohnhäuser mit den klaren Fassaden.
Höre mir jetzt mal in die englische Hörbuchfassung rein, vielleicht gehts ja doch.