Noch ein D

Das erste D begleitet mich schon seit der Schulzeit.

Das Problem mit der Demografie wurde uns so um 1980 in Form einer Zwiebel nahe gebracht.
Die Welle von geburtenstarken Jahrgängen, also wir damals so um 18, in Kombination mit einem speziellen Pillen-Knick versprach eine Zukunft in der grossen Welle.

Nach Schulen, Universitäten und Arbeitsmarkt würden wir die Altenheime fluten.
Die nachfolgende, schlanke Unterseite der Zwiebel stellte das gerade kapierte Umlagesystem der Rente in Frage.

Lief (und läuft) dann so wie prognostiziert, begleitet von gelegentlichen Überraschungsbekundungen.

Auch eine tatsächliche Überraschung 10 Jahre später, Mauerfall, hat am Grundproblem des demografischen Wandels im dann gesamt D nicht viel geändert.

So etwa ab 2000, anlässlich der Jahrtausendwende und Sorge vor zweistelligen Jahreszahlen in Computerprogrammen, rückte die Bedeutung des zweiten grossen D, der Digitalisierung, in die Öffentlichkeit.

Auch dieses D lies sich durch Ignorieren kaum beeindrucken.

Ganze Branchen sind, mit hochqualifiziertem Führungspersonal, aber doch irgendwie ahnungslos, von der Entwicklung überrascht worden.
Und eine Abflachung der Entwicklungskurve ist immer noch nicht zu sehen.

(–> Moores Law …)https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz

Und heute habe ich gelernt, pünktlich im Jahr 2020 ist das dritte D vergeben worden

D wie Dekarbonisierung steht auf dem Programm von Thinktanks und Analysten als unmittelbare Zukunftsaufgabe.

Eine aktive Strategie gegen Klimawandel, schrumpfende Eisberge und Meeresstrand am Kreuzberg statt fatalistischer Jammerei !?

Na mal abwarten, was passiert, wenn die drei D-Wellen sich hinter dem Corona-Nebel treffen.
Da war doch damals was in Physik mit Wellen.

#TeamDrosten gegen #Bild

28.5.2020

Alles schick


  • Die Sonne scheint,
  • Börsenindices steigen weiter mit den expoldierenden Geldmengen um die Wette,
  • Problem Corona hat sich ohne Impfstoff, Behandlungsmethode und Tracing-app erledigt,
  • kleine und grosse Krisenprofiteure nutzen die Chance für Überwachungsgesetze, Radwege und neue Haushaltslöcher.
  • alles schick…
  • nur die Wette läuft unbeirrt weiter.

#TeamDrosten gegen #Bild

Mit dem Abbau von Rohstoffen oder industrieller Massenproduktion wird dieser schöne Landstrich zwischen Nordsee und Alpen in Zukunft seinen Wohlstand kaum weiter sichern können.

Massenproduktion läuft inzwischen besser mit Massen in Asien;
und Rohstoffe gibts da auch genug.

Der Übergang von Ackerbau und Viehzucht auf Industrieproduktion war, von Revolutionen und Kriegen begleitet, in Europa recht ungemütlich. Der Übergang von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellsdhaft verläuft hoffentlich weniger dramatisch.

Durch Digitalisierung, Kreativität und Erfindergeist wird die hochqualifizierte junge Wissensgesellschaft in Zukunft den Wohlstand in Form von ökologisch korrektem Leben in ökologischen Häusern zwischen Radwegen, Parks und Pflegestützpunkten sichern.

So die Hoffnung, dekoriert mit Begriffen wie Transformation, Digitalisierung, Lebenslanges Lernen usw.

In Erkenntnis dieser Zukunftsperspektive wird nun in Bildung und Ausbildung des Nachwuchses investiert, digitale Infrastruktur und Grundbildung wird auf Gegenwart gehievt … und im öffentlichen Diskurs macht sich eine breite Anhebung des Bildungsniveaus bemerkbar!?

Nun ja.

Entwicklungsstand der Wissensgesellschaft

Aktuell führt die zukünftige Wissensgesellschaft vor, was sie so von Wissenschaft versteht und hält.
Scheint so eine Art Sympathie- und Meinungswettbewerb zu sein.

#TeamDrosten gegen #Bild

Ein Wissenschaftler stellt, vor der beabsichtigten Veröffentlichung, anderen Wissenschaftlern ein Papier zur Diskussion. Eine Boulevardzeitung pickt sich aus diesem Diskurs Teile und Zitate nach eigener Interessenlage zusammen und baut daraus einen Anklageartikel nebst Aufmacher.

Könnte man als üblichen Beitrag eines anerkannten Fachblattes für Neid, Hetze und Missgunst abtun. Aber diese Journalisten machen sowas, weil es funktioniert (Aufmerksamkeit bringt – Werbeerlöse) und sie ausreichend entsprechend simples Potential erwarten.
Und dieses Potential gibt es offensichtlich immer noch ausreichend, wie man auch auf seltsamen „Hygienedemos“ besichtigen kann.

Schwierige Voraussetzungen für das Projekt Wissensgesellschaft.

Üblicher Ablauf

  • Irgendwas wird erforscht.
  • Ergebnis wird als Text (Pre-Print=„vor dem Druck“) anderen Forschern zur Verfügung gestellt.
  • Die Kollegen (Wissenschaftler sind gefragt, weniger Unterhaltungskünstler) unterstützen den Prozess per Kritik und ggf. mit weiterführenden Anmerkungen.
  • Auf dieser Basis wird dann das Ergebnis der Forschung / Studie in einer möglichst angesehen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Die Kritik wird hier als Teil des Arbeitsprozesses verstanden.
(Kritik beim Smalltalk über Boulevard-Themen, persönlichen Auseinandersetzungen oder meinungsbasierten Auseinandersetzungen hat andere Absichten und Ziele)

Auch das Team um Drosten veröffentlichte seine Studie als sogenannten Pre-Print, sodass andere Forscher die Möglichkeit haben, auf die Ergebnisse zuzugreifen, die Ergebnisse und Methoden zu bewerten und Anmerkungen zu machen.

Gewöhnlich werden Studien erst nach einem weiteren Schritt einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, wenn sie einen sogenannten „Peer-Review-Prozess“ durchlaufen haben – also von anderen Fachwissenschaftlern bewertet und gecheckt wurden – und in einem Fachmagazin erscheinen.

Auch dann noch ist es normale wissenschaftliche Praxis, Studien weiter zu debattieren und Forschung weiterzutreiben.

Hoffnungsvoll stimmt

  • Wissenschaftler können auf vielen Kanälen selbst reagieren, und sind nicht auf versteckte Gegendarstellungen angewiesen
  • die Kampagne ist primitiv genug um erkannt zu werden (gab schon subtilere)
  • Die Geschichte ist gut dokumentiert, hat als Fallstudie für Propaganda noch Perspektive :-), Streeck, Laschet und Storymaschine bieten dann noch Vergleichsmaterial


https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/regierung-laschet-wusste-frueh-von-pr-fuer-heinsbergprotokoll-16766160.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/ich-habe-besseres-zu-tun-drosten-kritisiert-bild-scharf-und-die-zeitung-veroeffentlicht-einen-kritischen-artikel/25858488.html

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-kesseltreiben-der-bild-zeitung-gegen-den-virologen-christian-drosten-16789146.html?GEPC=s3

Wette läuft…

13.5.2020 aus dem Logbuch

es wird fleissig „gelockert“…

so dolle sind die Alternativen nicht.

Wirtschaft auf Monate in den Dornröschenschlaf schicken, bleibt auch nicht folgenlos.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen schlagen von Tag zu Tag deutlicher vom Konzern bis zur Pommesbude durch. Was irritierenderweise die Aktienkurse bisher nicht am Klettern hindert.

Ähnlich munter wie die Börsen reagieren viele gelockerte Zeitgenossen. Völker hört die Signale, auf ins fröhliche Getümmel.

Vermutlich hatten wir bisher sehr viel Glück, mit einer ausgebildeten, nüchternen Naturwissenschaftlerin an der Spitze und sehr schnell auf die italienischen Bilder reagierende Mitbürger.

Aber nun braut sich aus merkwürdigen Demonstrationen , rivalisierenden Provinzfürsten und verunsicherten Mehrheiten eine politische Welle auf.

Die Mediziner weisen leiser, aber sehr bestimmt, auf das schwelende Risiko hin. Volkswirtschaftler suchen schon die Krisenmodelle raus. Je nach Glaubensrichtung müssen jetzt Plan oder Markt ran. Dazwischen sinnieren gut versorgte Philosophen aus gemütlichen Studierstuben über edle Mässigung und ökologisch korrekten Konsumverzicht.

Im Herbst/Winter rackern wir dann alle am „Wiederaufbau, immerhin ohne Ruinen“ oder jammern über einen perfekten Sturm aus zweiter Welle, kollabierendem Gesundheitssystem, Insolvenzen und leeren Kassen.

Die Wetten laufen…

Reisen bildet, irgendwie

20.4.2020

Die neuen Stellplatz-Nachbarn waren ein Paar aus Nordamerika und Skandinavien, mehrspachig, breite Allgemeinbildung und wirklich nette, sympathische Zeitgenossen.

Man tauschte sich über Land und Leute aus, Tipps zu Routen und Alltagsproblemen beim Reisen.
Wenn „Plastikflaschen aus dem Supermarkt“ oder „nach Chlor müffelndes Leitungswasser“ die Alternativen sind, beginnt man sich auch für Wasserfilter am Wohnmobil zu interessieren.

Vom Chlor im Trinkwasser bewegte sich das Gespräch zu sonstigen Chemikalien im Trinkwasser, Stoffe die die Bevölkerung ruhig stellen sollen, Konzerne handeln mit Wasser, Wasserhandel, Kapitalismus, alles von Juden betrieben usw.

Unterhält man sich mit neuen Nachbarn gleich über die Geschichte des dritten Weltkrieges? Nein, über einen kleinen Trinkwasserfilter kamen wir auf das Thema.

Die sympathischen Nachbarn überraschten mit eigentümlichen Interpretation der Welt. Bei stiernackigen Stiefelträgern aus der (ost)deutschen Provinz, wäre ich bei den Bemerkungen zu Auschwitz, Weltjudentum und Ursachen des zweiten Weltkriegs nicht weiter überrascht gewesen.
Aber unter diesen Umständen war ich mehr als überrascht.

Alle mir bekannten, nennen wir sie mal Spezial-Theorien, wurden mir in den nächsten Tagen angetragen. Von der vorgetäuschten Mondlandung, Bilderberg-Verschwörung, Chemtrails, Gehirnstrahlen per Mobilfunk, Klimawandel durch Wettergeneratoren bis zum Anschlag vom 11.September als Video-Trick.

In einer Mischung aus Neugier und Verblüffung tippte ich manche Themen zur Probe mal an. Schon spanend wie detailreich erklärt wurde und jede Geschichte knüpft an unbestrittene Tatsachen an.

Ja, es gibt Kondensstreifen am Himmel, aber ist das ein Beweis für die Psychodrogen in der Luft.
Ja, ein drittes Hochhaus ist bei 9/11 bisher ohne plausible Begründung eingestürzt, aber warum ist dies ein Beweis für Inszenierung?
Ja, es gibt Falschmeldungen in den Nachrichten, aber deshalb sind doch nicht alle Nachrichten ausgedacht.
Und so weiter, unerschöpflich.

Versäumt habe ich, nach „Reichsflugscheiben“ und dem Stützpunkt „Neu Schwabenland“ zu fragen. Erschien mir vielleicht auch zu provokativ.

Andere Themen erwischten mich bei vermeintlich harmlosen Gesprächen, wo ich eigentlich neue Diskussionen vermeiden wollte. Die Auswahl einer Wanderroute unter Berücksichtigung des Wetterberichts, führte zum gesteuerten Klimawandel und den Chemtrails.
Bei der Ausschwitzlüge war bei mir der Spass dann doch vorbei. Meine etwas heftige Reaktion wurde gelassen aufgenommen und sinngemäß kommentiert „ihr Deutschen seid da immer gleich so aufgeregt“.

Und schon waren wir in der Diskussion, wer von uns den nun die rote oder blaue Pille von Matrix-Neo geschluckt hätte.

Es war anstrengend, aber auch interessant, die eigenen „Gewissheiten“ mal wieder sorgfältig zu begründen zu müssen.

Ok, Verschwörungstheoretiker gibt es nicht nur als Pausenunterhaltung im Internet.

Warum mir die Geschichte vom Herbst nun wieder einfiel?

Das Internet ist manchmal auch nur ein Dorf.

Letztes Wochenende in einer Wochenzeitung blieb mein Blick an einem vertrauten Icon neben einem Kommentar hängen.
Es gehörte zu einem geschätzten Spezialisten, dessen Beiträge ich regelmässig in einem technischen Spezialforum lese.
Hier nun aber ein wüster Kommentar von der Abteilung von „Corona, Bill Gates und die Impfverschwörung“.

Über Icon und Profil finden sich direkt weitere Einträge der Kategorie „dahinter steckt ein großer Plan“

Identitätsklau ? leider nein, nach etwas Prüfung wird klar, der Zeitgenosse ist Spezialist und Spinner zugleich.
Vielleicht sogar persönlich ein netter Mensch.

Es ist nicht einfach.

Alles immer so negativ…

16.4.2020 nur eine Grippe

Man möchte ja manchmal den beruhigenden Nachrichten einfach Glauben schenken. Nicht immer diese aufgeregten Alarmmeldungen.

Eigentlich ist doch die ganze Aufregung etwas übertrieben. Überzogene Gegenmassnahmen usw. „ist ja nur eine Grippe“ oder grippaler Infekt.

Aber dann erinnert der miesepetrige Verstand wieder an ein paar Lesezeichen von der Wochenendrecherche. Und da war ein sehr umfassender Kommentar aus Sicht eines Schweizers:

«Eine gewöhnliche Grippe»

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

1) ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
2) ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
3) 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
4) zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
5) eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
6) die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
7) die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
8) Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: COVID-19 – eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen (7.4.2020)

Langer Text, auf die Verhältnisse in der Schweiz bezogen. Aber Corona ist an Landesgrenzen kaum interessiert.

https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/