Guten Montag

Das Logbuch führen per Kamera macht schreibfaul.
Es ist zu einfach geworden.
Kamera an und einfach los reden was gerade so war und ist.
Ort, Datum und Stimmung sind eingefangen.
Später dann, bevorzugt wenn es draussen kalt, regnerisch und grau ist, können die Erinnerungsfetzen dann zu einem kleinen Erinnerungsvideo ohne „ähs“ und „hmmms“ zusammen geschnitten werden.

So die Theorie.
Das Losquasseln klappt auch ganz wunderbar.
Und die Technik in der winzigen Kamera erkennt oft, was mit dem wiederholten Drücken auf die beiden Knöpfe erreicht werden soll.
Zweimal kurz:neu zentrieren,
dreimal kurz: Wechsel von Ego-Shooter-Perspektive auf Selfie und zurück usw.
Das persönliche Vlogen mit der DJI-Pocket ist sehr schnell zur Routine geworden, hat das Handy gut Verdrängt.
Aber!
Das Wetter war die letzten Wochen dann doch zu freundlich, um regelmässig Videoschnipsel zu kombinieren.
Kann man nachholen.
Aber das „richtige“ Logbuch leidet unter der bequemen Technik.
Ich werde (wieder) schreibfaul, die Einträge werden kürzer und oberflächlicher. Mehr Daten wie Eindrücke.
So war das nicht gedacht.
Schreiben wirkt nachhaltiger, weniger Schreiben macht sich dann leider auch schnell bemerkbar.
Focus geht verloren.
Und in der Folge bleibt dann auch noch weniger Stoff für das quasi-öffentliche WordPress-Blog übrig.

Guten Montag

Fernauslösung per Uhr und gleichzeitig(!) freundlich zur Kamera gucken, bedarf noch etwas Übung.

Nette Gegend hier, aber nach ein paar Tagen sind Kassette und Grauwassertank voll und Duschen wurde mangels Wasser abrupt unterbrochen.

Wird also heute ein Fahr- und Haushaltstag.

Am Vormittag schon Zuschauer von Völkerverständigung. Spanier nebenan hinterlässt nach dem Freiluftfrühstück ein paar Verpackungsreste und entschwindet Richtung Strand. Wenig später sammelt ein Belgier vom Wohnmobil gegenüber die Papierreste ein und geht damit zum Müllcontainer.

Überlegt es sich dann aber wohl anders und klemmt den Kram hinter die Scheibenwischer des Spaniers.

Die weitere nachbarschaftliche Entwicklung werde ich verpassen. Muss los, die Entsorgungsstation wartet.

Ponta da Piedade

Gar nicht so einfach hier ein Video ohne unfreiwillige Statisten zusammen zu schnippeln. Reichlich Besuch auf den Klippen und auch alle schwer mit Knipsen beschäftigt.

So ganz langsam funktioniert die Verwendung von Hintergrundmusik. Meine Schrittgeräusche,  durch Windgeräusche übersteuertes Kameramikro oder meditative Stille sind die Alternativen zu den dazugeklickten Musikfiles aus dem YouTube-Angebot.

Nr.66

Gestern noch ein Gang über die Insel vor Faro, diesmal Richtung Norden. Kleiner Beitrag für die  Bewegungsstatistik und Stoff zum Üben, Audio und Video zusammen bauen.

Wird mir hier langsam zu voll hier auf dem grossen Parkplatz bei Faro.

Die PKWs vom Wochenende sind verschwunden. Dass waren die Portugiesen beim Kurzausflug.  Aber die erstaunlichen Ansammlungen an französischen Wohnmobilen bleiben.

 

Holzwege

Unter dem Heimwerkertag hat die Aktivitätsstatistik gelitten, zu wenig Schritte. Der Wochendurchschnitt bewegt sich charttechnisch gesehen an einer kritischen Wiederstandlinie.

Zum Ausgleich eine kleine Wanderung über die Holzstege der Praia Faro. 

Auf der Insel vor Faro war ich schon einmal, vor 40 Jahren. Damals mit Hausstand auf dem Rücken. Schlafsack und Iso-Matte statt Blechzelt mit Dusche.

Erinnerung an viel Sand, lange Strände und ein kleines Strandhaus mit 911er unter einem Überdach daneben.

Heimwerkertag mit SOG

Seit Monaten wird die SOG-Anlage spazieren gefahren.
Im Karton und damit sinnlos.
Die Montage-Anleitung verspricht kompliziertes Werkeln im engen Servicefach vom Jumper. Servicefach; freundliche Bezeichnung für den Keller vom Donnerbalken.
Kleine Plastikteile sollen demontiert, gekürzt und wieder passend eingesetzt werden. Plastikteile und Mikroschalter sind passend zu positionieren.
Die SOG-Anlage soll für besseres Raumklima sorgen und einen weitgehenden Verzicht auf Chemie ermöglichen.
Das Unbehagen mit den blauen und grünen Chemiepackungen nimmt mit jedem Einsatz zu, also gestern endlich entschlossen den Einbau angegangen.
Erster Schritt, nach wiederholter Betrachtung der bebilderten Einbauanleitung, 38mm Loch in die Serviceklappe bohren.
Beim Kauf des billigen Bohreraufsatzes in einem Berliner Baumarkt wurde ich überraschend von dem Herrn an der Kasse gefragt,“wollen Sie den wirklich kaufen !?!“.
Nach Erläuterung meines Vorhabens, ein einziges Loch ins Autoblech, bekam ich noch den Tipp, gut kühlen beim Bohren. Eine Erfolgsprognose wollte der Fachmann nicht geben.
Entsprechend gespannt setzte ich den Bohrer an und schon nach 15 Minuten bohren, mit Wasserkühlung, hatte sich der tatsächlich sehr klapprig wirkende Topfbohrer durch Blech und Isolierung gequält.
Erfolg, die Stimmung ging dann aber schnell wieder in den Keller. Die sicher in der Werkzeugkiste geglaubte Tube Silikon zum Abdichten war doch in einer anderen Kiste, in Berlin.
Schön dass Faro mit Baumarkt nicht weit ist, also Einräumen und kurze Einkaufstour zu Aki.
Anschliessend Kleben, Bohren, Schrauben und Verkabeln. Nur 4 Stunden später brummt der Lüfter. Der Heimwerker ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber etwas lang hat die Aktion schon gedauert.

Leben auf einem Narrow Boot

Vor ein paar Tagen, beim Beobachten der Fortschritte von Waschautomaten und Trockner, mit einem Engländer ins Gespräch gekommen. Er hat 17 Jahre auf einem Narrow-Boat gelebt. England ist mit einem Netz von schmalen Wasserkanälen durchzogen. Gebaut und unterhalten wurden diese als Transportwege, heute kreutzen dort fast ausschlieslich die langen, schmalen Wohnboote.
Ein paar Videos vom Kanal „cruisingthecut“ hatte ich zufällig gesehen. So hatte ich ein paar Vorstellungen, von was er redet.
Nach 17 Jahren Kanal fahren, ist er nun in ein kleines Wohnmobil gezogen und entdeckt Portugal und Spanien.


https://youtu.be/yMKJR5n4gLw

Wochenendeinkauf

Als bekennender Supermarktmuffel, der nun seit knapp 9 Monaten ungewohnt häufig mit so einem Drahtwagen durch langweilige Regalschluchten irrt, kommt doch immer mal wieder Begeisterung auf. Man kann mit dem vollgepackten Teil von der Kasse direkt zur Schiebetür des Jumpers scheppern und den Kram direkt in Kühlschrank und Stauboxen verteilen. Klasse 😎

Neid und Missgunst

Aus einer abonnierten Facebook-Gruppe mit Thema „Wohnmobil in Portugal“ strahlt mich ein aktuelles Foto von genau dem Strandabschnitt an, an dem ich seit ein paar Tage stehe.
Darunter dann aber keine Beschreibung der schönen Umgebung, Strand, Sonne und  blaues Meer, sondern missmutiges Gejammer über einen zu dieser Jahreszeit wenig besuchten Campingplatz in der Nähe.
Abgesehen von den schwachen Bewertungen des bedauerten Campingplatzes auf Bewertungsportalen, sind Campingplätze nicht unbedingt für alle Reisenden der bevorzugte Aufenthaltsort.
In der Facebook eigenen Meinungsdynamik werden schon Minuten später Foto und Text mit kleinen bunten Symbolkommentaren bedacht. Zustimmung, Freude, Ärger, alles dabei.
Es überwiegt zunächst Unterstützung bei der Entrüstung über diese bösen Platzverweigerer.
Zwischen den Textkommentaren dann die Frage an die Themenstarterin, wo den dieser Platz genau sei.
Überraschende Antwort; ist nicht so genau bekannt, das Fotos wurden von einem Nachbarn mitgebracht.
Kopfkino macht Gong zum Beginn der Vorstellung.
Da startet eine kleine Wandergruppe vom umzäunten Campingplatz und erkundet die fremde Umgebung. Schon nach wenigen hundert Metern Wanderung durch die Umgebung trifft man auf eine Reihe von Wohnmobilen, die da so ohne Parzelle am Sandweg stehen.
Keine Einfahrtschranke und saubere Asphaltstrassen, nur ein paar Abfallbehälter lassen ahnen, dass auch hier Ordnung gehalten wird, wenn auch irgendwie anders.
Aufgeregt eilt die Gruppe zurück in die Einfriedung und zeigt die Fotobeute herum. Auch die Zurückgebliebenen sehen nun, welche schlimmen Zustände jenseits des Zauns geduldet werden.
Kopfkino Pause.
In der Facebookgruppe nimmt die Diskussion inzwischen eine unerwartete Richtung. Statt der beliebten Auseinandersetzungen zwischen dogmatischen „Freistehern“, Campingplatznutzern, Wohnmobilisten usw. beginnt ein Erfahrungsaustausch zum Sandweg über den Klippen.
Da werden Links zu alten Reiseberichten und Tips zu nahe gelegen Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und zur Geschichte des ursprünglichen Fischerortes beigefügt.
Da hat sich die Lektüre der Kommentare doch mal gelohnt.

2018, zu viele Punkte auf der Karte

Viele Orte, viele Kilometer und Eindrücke.

Es fehlen ein paar Punkte in Spanien und Frankreich, da hat Google nicht richtig aufgepasst.

Die Möglichkeiten eines Wohnmobils verleiten zum spontanen Ortswechsel. Wenn das Wetter oder die Nachbarschaft nicht passt, Schränke einräumen, Klappen zu, Motor an und weiter. Dabei braucht es, rückblickend betrachtet, oft nur einen Tag Geduld und die Regenfront ist durch oder der mit Stromaggregat nervende Nachbar verschwunden. (gestern erstmals erlebt wie nervig so ein Gerät auch noch in 20 Metern Abstand sein kann).

Eine beim „fahrenden Volk“ bekannte Unruhe, die sich mit der Zeit legen soll. Es ist im Jahresverlauf schon besser geworden, aber noch weit entfernt von meinen Vorstellungen.

Meine Erfahrungen mit guten Vorsätzen, egal ob zum Jahreswechsel oder direkt nach ersten eiligen Analysen  kleinere und grösserer Pannen, dämpfen die Bereitschaft da viel Energie zu opfern.

Aber grobe Richtungsentscheidungen zur Orientierung habe sich bewährt.

Also:

  • 2019 weniger Orte und Kilometer, mehr „Osten“ (Spanien, Polen, Litauen) und Norden (Norwegen).
  •  einfach länger stehen, Umgebung erkunden
  • mehr lesen
  • weniger Evernote, mehr WordPress

reicht schon !