„Unsterblichkeitsprojekte“ nach Ernest Becker

„Um also unsere Angst vor dem unvermeidlichen Verlust unseres körperlichen Ichs zu kompensieren, versuchen wir, ein unsterbliches begriffliches Ich aufzubauen. Deshalb ist es Menschen so wichtig, ihren Namen auf Gebäuden, auf Denkmälern oder auf Buchrücken verewigt zu sehen. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, so viel unserer Zeit anderen zu widmen, insbesondere Kindern, in der Hoffnung dass unser Einfluss – also unser begriffliches Ich – unser körperliches Ich überdauern wird. Wir wünschen uns, dass man sich an uns erinnert, wir verehrt oder vergöttert werden, auch wenn unser körperliches Ich schon längst nicht mehr existiert. Becker bezeichnetet diese Anstrengungen als unsere »Unsterblichkeitsprojekte«, Projekte, die unserem begrifflichen Ich ein Weiterleben nach dem körperlichen Tod erlaubten.“

Mark Manson: Die subtile Kunst des drauf Scheissens. 2017 S.210

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