Allgemein, Litauen
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Regentag

Sehr früh, in der Eile ohne Kaffee, schon von meinem stillen Parkplatz an der Vogelstation Richtung Norden losgefahren.
Mit einer Personenfähre und Bromi als Handgepäck soll es heute zur Erkundung rüber auf die Kurische Nehrung gehen. Erste Fähre geht um 10 Uhr, letzte um 18:30 zurück, so der Zeitrahmen.
Natürlich nehme ich nicht den kurzen Weg über die 20km Waschbrett-Piste durch den Wald, sondern den Nerven und Jumper schonenden Umweg über eine richtige Landstraße. Genug Zeitpuffer für Kaffee und Frühstück am Zielort, also schön langsam durch die Landschaft und die Dörfer.

Im Hafen angekommen, darf ich nach kurzer Diskussion mit dem Torwächter, nein ich will parken nicht campen, Jumper auf den Parkplatz bei den Ferienhäusern abstellen.
Einparken, Wasserkessel und Omnia starten, Mails und News gucken und schon geht der Focus auf Fährabfahrtzeiten verloren.
Ein überraschend frühzeitiger Zahlungseingang einer nicht als zahlungsfreudig bekannten Institution fesselt meine Aufmerksamkeit. Nach nur 3 Monaten Bearbeitungszeit hat das Finanzamt Geld zurück gezahlt. Selbstverständlich weniger wie erwartet. Zwecks Erforschung der Gründe für diese Differenz und Vorbereitung fristgemäßer Korrekturvorschläge, wurde der „richtige Computer“ aus seinem Tiefschlaf geholt.
Der wollte nach tagelanger Trennung zunächst mal viele Datenspeicher auf den neuesten Stand bringen, erst danach unterstützte er mich dann bei den Forschungen im Elster-Labyrinth. So was kann dauern.

Im Ergebnis stehe ich kurz vor 11 am Fähranleger, um dort zu erfahren, es gibt einen großen Wochenendfahrplan und einen etwas sehr bescheideneren Wochenfahrplan. Heute Dienstag, nächste Fähre nicht in 15 Minuten sondern um 15 Uhr. Und nun!? Exkursion auf Mittwoch verschieben und heute zurück an den Computer den angefangenen Behördenkrempel erledigen. Nö, lieber nicht.
Man könnte sich das Dorf angucken; die Besichtigung ist dank Bromi in 20 Minuten erledigt.
Die Terrasse vor dem Hafenrestaurant sieht heute einladend leer aus, ist ja Dienstag und nicht Wochenende, logisch.

Kaum habe ich meinen Kaffee vor der Nase und das iPad aufgeklappt, fängt es an zu tröpfeln.
Hut auf, Jacke zu, näher an den Tisch gerückt, sicher nur eine vorüberziehende Regenwolke.
Es fängt richtig an zu pladdern und ich kann unter eine freundlicherweise ausgefahrene Markise umziehen.
Nett, oben trommelt der Regen, Blick auf Hafen und Schilflandschaft und ein ipad voller Lesestoff. Bin sehr zufrieden mit der verpassten Fähre. Etwas mehr Disziplin und Pünktlichkeit hätte mich zuverlässig an einen verregneten Strand gebracht.

Kurz vor 15 Uhr klart der Himmel auf, mit der Fähre rüber und auf der Kurischen Nehrung eine kurze Erkundungsrunde von 15 km (behauptet das digitale Logbuch) gedreht.
Blauer Himmel, Wind, Strand, Dünen, Wälder, Holzhäuser aus den zwanziger Jahren und wirklich schöne Neubauten.Tolle Gegend.


In ein paar Wochen komme ich mit Jumper zurück, es lohnt sich.
Nach der Rückkehr aufs Festland doch wieder den kürzeren Weg über die Waschbrettpiste genommen, bei voll aufgedrehtem Heavy Metall ist das Gerappel in den Schränken nicht zu hören. Zurück an der Vogelstation den von der Rappelei eingeschnappten Crash-Sensor der Gasanlage reaktiviert. Nach Abfahrt der letzten lärmenden Besuchergruppen habe ich Parkplatz und die Mücken für mich allein.
Bei Windstille werden die Biester lästig. Im Vergleich mit den Mitches in Schottland sind diese Mücken schon angenehm lahm und groß, lassen sich von einfachem Fliegengitter aussperren.

Abends schmökern in dem beim mittäglichen Surfen entdecktem eBook (Thürmer:Wandern, Radeln, Paddeln)

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