Allgemein, Litauen
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Raketenlabyrinth

7.8.2019
Litauen, Raketensilos, Museum kalter Krieg

Die 4 runden tiefen Schächte waren die Garage für ballistische Atomraketen mit Ziel Westeuropa.

Unter der Erde sind die Raketenbunker mit einem zentralen Steuerungsbunker über ein mehrstöckiges Labyrinth aus Gängen und Kammern verbunden. Mit einem Audioguide in der Hand, immer auf der Suche nach roten Kapitel-Nummern an den Wänden, streife ich durch die Etagen der Bunkeranlage.

Nach der langen einsamen Rumpelstrecke hierher durch das Naturschutzgebiet, überraschte der voll besetzten Parkplatz vor dem Eingang. Jetzt gilt es immer genug Abstand zu den lärmenden Besuchergruppen in der Bunkeranlage zu halten. Vom markierten Besichtigungsweg, Linie auf dem Boden, wie bei Ikea, führen verwirrend viele Türen in Nebenräume und Kammern. Wenns schief geht, steht man aber auch mal unverhofft mitten in der nächsten Gruppe.

Beindruckender Wahnsinn. Mit was für einem gigantischen Aufwand an Material, Arbeitskraft, Wissenschaft und Kreativität diese Anlage vor 60 Jahren aufgebaut und über Jahrzehnte betrieben wurde.
Kommunikationstechnik, riesige Dieselgeneratoren, Schaltschränke, Filterkammern und Tanklager zur ständigen Wartung der Raketen.

Und dann diese spezielle Gestaltung russischer Technik aus westlich geprägter Sicht. Erscheint einfach, robust, zuverlässig und dabei irgendwie vom Start weg schon veraltet.

Aber selbst wenn mangels Präzision nur eine diese Raketen ein paar Kilometer neben dem Ziel gezündet worden wären, die jeweilige Stadt wäre ausgelöscht.
Die in die geheimen Schutzbunker geeilten Eliten, in Ost und West, hätten den Austausch der Unfreundlichkeiten auch nur ein paar Wochen unter elenden Umständen überlebt.

Nach der Bunkertour auf weiterer Rummpelpiste, daneben ein schmaler asphaltierter Radweg, und Landstrasse zum nächsten Lidl, Kühlschrank auffüllen.

Abends in Plunge am Schloss. Netter Übernachtungsplatz am Schlosspark. Wenn man was übrig hat für die abendlichen KFZ-Vorführung der Stadtjugend. Schnipple das Abendessen für den Omnia zusammen und verbringe die anschliessenden 50 Minuten Garzeit mit Zugucken.
Aufpolierte Mittelklassewagen mit Bassboxen und Endschallrohroptimierung werden stolz präsentiert. Langsames rumfahren, anhalten, aussteigen, quatschen rumfahren.
Zwischendurch mal eine Sondereinlage Reifenquietschen oder Boxen aufdrehen.
Ende der Vorstellung hab ich dann doch noch verschlafen.

Gegen Mitternacht von der Ruhe aufgewacht oder den nun hörbaren polternden Güterzügen am Bahnhof.

Besichtigung des Schlossparks morgen.

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