Platzeck: Kooperation oder neuer kalter Krieg? (28.2.2018)

Der Vortrag von Matthias Platzeck am 28.02.18 beim FORUM Volkshochschule Köln lag zeitlich lang vor der Syrien-Eskalation der letzten Woche.

Knapp eine Stunde Vortrag zur Entwicklung des komplizierten deutsch-russischen Verhältnisses nach der Wiedervereinigung.

Die ruhige, nachdenklich vorgetragene Geschichte von Hoffnungen, Missverständnissen und langsamer Eskalation, beunruhigt mehr als so manche apokalyptische Warnrede zu diesem Thema.

Die Selbstverständlichkeit, mit der die lange Abwesenheit von Krieg im Kern von Europa  nach über 70 Jahren Frieden in Anspruch genommen wird, macht es zu leicht die Grundlagen dieses Friedens zu übersehen.

Europa ist mal entwickelt worden, um die lange Kette an kleinen und grossen Kriegen in diesem Teil der Welt zu beenden.

Jetzt wird es oft nur noch als teurer Bürokraten-und Beamtenverein wahrgenommen, der selbst viel Geld verschlingt und was übrig bleibt mit Hilfe undurchsichtiger Verteilungsverfahren irgendwo anders hin verteilt.

Die Retro-Utopien vom kleinen übersichtlichen Nationalstaat mit Heimatministerium und geschlossenen Grenzen, der vor unheimlichen Erscheinungen wie Digitalisierung und Globalisierung schützt, finden immer noch mehr Anhänger. Nicht nur in Deutschland.

Und dazu dann noch diese merkwürdige Bereitschaft sich gegen die bösen Nachbarn aufstacheln zu lassen.

Hätte mir vielleicht doch besser eine simple Serie oder Krimi bei Netflix ansehen sollen; macht nicht so missmutig 🙂

 

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