Portugal
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Neid und Missgunst

Aus einer abonnierten Facebook-Gruppe mit Thema „Wohnmobil in Portugal“ strahlt mich ein aktuelles Foto von genau dem Strandabschnitt an, an dem ich seit ein paar Tage stehe.
Darunter dann aber keine Beschreibung der schönen Umgebung, Strand, Sonne und  blaues Meer, sondern missmutiges Gejammer über einen zu dieser Jahreszeit wenig besuchten Campingplatz in der Nähe.
Abgesehen von den schwachen Bewertungen des bedauerten Campingplatzes auf Bewertungsportalen, sind Campingplätze nicht unbedingt für alle Reisenden der bevorzugte Aufenthaltsort.
In der Facebook eigenen Meinungsdynamik werden schon Minuten später Foto und Text mit kleinen bunten Symbolkommentaren bedacht. Zustimmung, Freude, Ärger, alles dabei.
Es überwiegt zunächst Unterstützung bei der Entrüstung über diese bösen Platzverweigerer.
Zwischen den Textkommentaren dann die Frage an die Themenstarterin, wo den dieser Platz genau sei.
Überraschende Antwort; ist nicht so genau bekannt, das Fotos wurden von einem Nachbarn mitgebracht.
Kopfkino macht Gong zum Beginn der Vorstellung.
Da startet eine kleine Wandergruppe vom umzäunten Campingplatz und erkundet die fremde Umgebung. Schon nach wenigen hundert Metern Wanderung durch die Umgebung trifft man auf eine Reihe von Wohnmobilen, die da so ohne Parzelle am Sandweg stehen.
Keine Einfahrtschranke und saubere Asphaltstrassen, nur ein paar Abfallbehälter lassen ahnen, dass auch hier Ordnung gehalten wird, wenn auch irgendwie anders.
Aufgeregt eilt die Gruppe zurück in die Einfriedung und zeigt die Fotobeute herum. Auch die Zurückgebliebenen sehen nun, welche schlimmen Zustände jenseits des Zauns geduldet werden.
Kopfkino Pause.
In der Facebookgruppe nimmt die Diskussion inzwischen eine unerwartete Richtung. Statt der beliebten Auseinandersetzungen zwischen dogmatischen „Freistehern“, Campingplatznutzern, Wohnmobilisten usw. beginnt ein Erfahrungsaustausch zum Sandweg über den Klippen.
Da werden Links zu alten Reiseberichten und Tips zu nahe gelegen Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und zur Geschichte des ursprünglichen Fischerortes beigefügt.
Da hat sich die Lektüre der Kommentare doch mal gelohnt.

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