Portugal
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Moppelei

7.12.2019 Quarteira

Es gibt Tage, da möchte man auf mehr oder weniger interessante Nachbarschaft verzichten und stellt sich auf einen fast leeren Strandparkplatz zwischen die PKWs. Passt Jumper gerade noch so rein.

Die kleine Gemeinde rollender Behausungen drängt sich ein paar Hundert Meter weiter östlich oben auf den Klippen mit freier Sicht aufs weite Meer. Solche Ansammlungen locken gern mal ungebetene Überraschungs Gäste an. Da gibts was zu holen oder abzukassieren.

Vorhin mal durch das Spalier der grossen und kleinen, mehrheitlich Plastikboxen spaziert und die vereinzelt brummelnden Diesel im Stand gehört. Wenn die Solarzellen am Tage nicht fleissig genug waren, muss abends der grosse Diesel per Lichtmaschine die Batterien wieder fit für den Fernsehabend machen. Die schönste Satelitenschüssel versagt, wenn kein Strom.

Die Moppelei wird selten synchronisiert, nein lieber wird zeitversetzt, also ständig gemoppelt.

Noch ein Grund etwas Abstand von den Massen zu halten.

Ein grosser Jeep hat sich trotz, oder vielleicht auch wegen Allrad zu unaufmerksam , auf dem Strandabschnitt zwischen den beiden Wohnmobilgruppen festgefahren.
Schon gemein, er ist offensichtlich der Spur eines leichteren Fahrzeugs gefolgt und wollte auch diese Abkürzung nehmen. Wird jetzt ein längerer Ausflug.
Die Ausbuddelversuche sind bereits erfolglos abgeschlossen, es wird im Sonnenuntergang telefoniert.

Zurück vom Einkauf, im Topf auf dem Herd brutzeln schon die Tortellini , vernehme ich neben Jumper auf und abschwellendes Brummen.

Da parkt kein Wohnmobil ein oder aus.
Nein, da steht ein kleiner PKW in Corsagrösse, Abblendlicht an und Motor und Klimaanlage jaulen abwechselnd auf. Drin sitz einsam eine Frau mit Handy.

Ungünstige Zeit zum Umparken, sonst die schnelle Lösung bei atmosphärischen Unpässlichkeiten im Vorgarten. Aber nun erst wieder einräumen, Schränke zu, Topf vom Herd usw. Das wichtige Gespräch wird doch bald abgeschlossen sein.

Nach einer guten 3/4 Stunde, Abendessen beendet, satt, es brummelt immer noch, man wird neugierig.

Läuft der Motor für die Klimaanlage? Bei 15 Grad Temperatur hat eine Klimaanlage kaum Beschäftigung. Es sei denn, sie muss geegen eine voll aufgedrehte Heizung ankämpfen. Nein, so blöd ist Keine(r).

Licht? Das AbblendLicht leuchtet nur den Sand an, für Meeresbeleuchtung bräuchte man Fernlicht.

Sound, es ist auch keine fette Hifianlage mit Booster und entsprechendem Elektroleistungsbedarf zu hören.

Dann ein Schreck bei dem Einfall, da wird doch wohl nicht gerade ein vorzeitiger Abgang per Auspuffanlage inszeniert!?

Schlüssel, Taschenlampe, Schuhe und raus.
Nein, das Auspuffrohr pustet das chemische Ergebnis der Aktivitäten im Motorbereich ungestört ins Freie. Und in der Blechkiste wird konzentriert ins Handy gehorcht. Kein Teenager, aber der Rentenbescheid ist auch noch nicht in Sicht.
Beruhigt zurück zu Abendessen, Youtube und Wein.

Plötzlich, das Interesse hatte sich im Jumper auf den Nachtisch umorientiert, Stille.
Mit dem Motor kann die Telefondame das Auto offensichtlich auch bewegen!

Dies führt sie nun vor, fährt einfach weg,

Das Rauschen der Brandung ist Endlich wieder zu hören. Und wir werden nie erfahren, wozu der Motor knapp 90 Minuten im Stand lief.
Und der Einfall die Dame „Greta“ zu nennen ist albern und nur auf die 2-3 Gläser Wein zurück zu führen.

2 Kommentare

  1. Doris sagt

    Sach mal,
    was macht denn das Wetter da an der Algarve so.
    Hier wird ja von Übetschwemmngen größeren Ausmaßes gesprochen …

    Ich hoffe Jumper steht noch.
    Doris

    • RolfL sagt

      Jumper wurde letzte Woche Nachts ganz schön durchgerüttelt. Stand in Setubal an der Küste. Jetzt bin ich zu Weihnachten kurz in Berlin. Jumper wartet in Lissabon. Die Fahrt am 19. über die lange Brücke vor Lissabon durch Regen und Windböen war schon etwas heftig. Hab respektvollen Abstand zu schlingernden LKWs gehalten.
      Übermorgen gehts zurück nach Lissabon und dann, je nach Wetterbericht, direkt zur wärmeren Algarve oder ins spanische Inland.

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