Jumper, Reisen, Spanien
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im Sandkasten

Die geruhsame Fahrt durch den Nationalpark Coto de Doñana endete mit einem Offroad-Sprint.
Es begann mit einem kleinem Ausweichmanöver. Beim Umfahren einer kleinen Sandbarriere auf dem Weg pflügen sich Fahrer und Jumper in ein Sandloch.

Bei der zügigen Bewegungen von Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten jenseits der Vernunftgrenze war geringe Bodenfreiheit immer sehr willkommen. Je tiefer je besser.

(10 cm schwebte mein Simca Ralley II über die Berliner Pflaster).  

Aber beim Manövrieren der aktuellen Behausung zwischen Schlaglöchern, Schlammpfützen und Sandhaufen wird jeder Zentimeter Bodenfreiheit gebraucht.So ändern sich die Prioritäten. Hätte jetzt gern 30-50 cm …


Durch kleine Sandfelder auf dem Weg kommt man mit Schwung und Drehmoment. Wenn aber Gewicht und Schwung auf ein etwas tieferes Sandfeld oder Schlammloch treffen, reduziert Jumper die wenigen Centimeter Bodenfreiheit in Sekunden auf 0. So bereitwillig der Diesel die Masse Auto und Inhalt die Hügel raufschleppt, so konsequent pflügt er sich bei Gelegenheit dann auch bis zu den Bodenblechen in den weichen Untergrund.
Befreiung dann durch fleissiges Freischippen, Fahrspur mit Kies oder Zweigen vorbereiten und dann mit Gas und Kupplung aus der Falle schaukeln. Immerhin kein Schlamm und die Schlammschlacht versprechenden Regenwolken ziehen folgenlos weiter.

Aber nach 4 Stunden Sand schippen, Äste unterschieben, vorwärts rückwärts schaukeln usw. war dann irgendwann klar; ohne fremde Hilfe bekommen wir diesmal die 3,5 Tonnen nicht wieder aus dieser Buddelkiste.

Rundum nur Kiefernwald und Sand. Kein Kies, kaum Zweige und die nächste Siedlung nach Karte 12 Kilometer entfernt.
Also per Handy Bergungsdienst per Handy für nächsten Tag organisieren und Übernachtung vorbereiten.
 

im Sandkasten

Manchmal hat man auch Glück auf einsamen Waldwegen.

Unverhofft kommt eine Gruppe von 3 kleinen Geländewagen vorbei. Die fröhliche Truppe junger Spanier vermittelt schnell den Eindruck: eine feine Gelegenheit für den Einsatz der technischen Ausrüstung.  
Einer der Kraftzwerge mit Allrad zog dann mit Schleppgurt und 3 Anläufen den Jumper rückwärts aus seinem Sandloch. Nun galt es vor der nächtlichen Schliessung der Tore einen Parkausgang zu finden. Für die Geländewagen haben die Tore weniger Bedeutung; es gibt genug freie Wege. Aber Jumper braucht strassenähnlichen Untergrund und weitere Tests der Geländegängigkeit waren für diesen Tag nicht vorgesehen. Darauf konnten wir uns in englisch-spanischer Kommunikation mit Gestenunterstützung schnell verständigen. 

Also ging es  in zügigem Tempo zum vermuteten offenen Parkausgang. An den Hüpfbewegungen des vorauspreschenden Jeeps war gut zu erkennen, wann Jumper besser mit Vollgas über die nächsten Fahrbahndellen fliegen oder besser nach Vollbremsung durchrumpeln sollte. Hat sehr viel Spass gemacht!.

  1. Kein (erwarteter) Bruch beim Geschirr
  2. ein Regalgestell musste am nächsten Tag wieder komplett zusammengesetzt werden. 
  3. Auf der Bucket-List steht jetzt „Touren mit leichtem Offroad-Fahrzeug “.

Irgendwann haben wir dann einen offenen Ausgang gefunden und pflegen nun den Muskelkater vom Schippen.

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