„ich habe einen Computer“

Neulich führte ich ein Bewerbungsgespräch für einen Job beim Guardian und fragte den Kandidaten, der bis dahin nur im Printjournalismus gearbeitet hatte, wie er wohl in einer digitalen Redaktion zurechtkommen werde. „Ich habe einen Computer“, antwortete er. „Ich arbeite seit Jahren mit Computern.“

Das war lustig, aber auch bezeichnend: Offenbar war „digital“ für ihn nur ein Wort für eine technologische Entwicklung, eine neue Form von Textverarbeitung. Dabei handelt es sich um eine gewaltige konzeptionelle und soziologische Umwälzung, um eine Bombe, die alles sprengt, was wir bisher gewesen sind – wie wir uns selbst sehen, wie wir leben, wie wir unsere Welt ordnen. Und gerade, weil wir uns inmitten dieser Umwälzung befinden, sehen wir sie oft gar nicht. Dabei greift sie nicht nur sehr tief, sondern vollzieht sich zugleich rasend schnell.

https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/der-aufstieg-des-lesers

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