der erste Monat mit der DSGVO

gut einen Monat ist die DSGVO nun in Kraft. Die befürchtete Abmahnwelle ist bisher ausgeblieben. Für Anwälte und Berater entwickelt sich das neue Geschäftsfeld dennoch ganz prächtig.

Die Endnutzer entwicklen Routine beim abnicken (klicken) von seitenlangen Zustimmungen und Popups. Die sich daraus entwickelnden Risiken werden erst langsam deutlich. Facebook z Bsp. hat die Chance der Situation gleich mal genutzt sich die Zustimmung zur Gesichtserkennung zu verschaffen und dann gleich auch noch den Datenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook auszubauen.

Mit der DSGVO ist Datenschutz nun auch noch auf dem besten Wege zur Allzweckwaffe für chronische Nörgler geworden. Mit den Auskunftsrechten kann man jeden kleinen Gewerbetreibenden zur Verzweiflung treiben.

Spannend bleibt, ob und wann die Zivilgesellschaft auf die konkreten politischen Kolateralschäden der europäischen Gesetzgebung aufmerksam wird.

Bisher wird fast nur in den speziellen Blasen der Internetwirtschaft und Netzaktivisten diskutiert wie mit der „guten Absicht Datenschutz“ letztlich nicht nur der Begriff Datenschutz demontiert wird.

Für Europa sind die Kosten einer Onlinepräsenz enorm nach oben gegangen. Man nehme die vor der Abstimmung im EU-Parlament stehenden EU-LSR, Upload-Filter und die Linksteuer hinzu, und Sie sehen die systematische Zerstörung der Grundpfeiler des Internets.

Das mag nicht das Ziel sein, aber es ist das Ergebnis. Die Macher, wie Jan Albrecht bei der DSGVO, drücken sich bis jetzt erfolgreich vor ihrer Verantwortung. (Man kann das auch schön an den Statements von Albrecht im SZ-Artikel sehen. Die juristischen Laien etwa sind seiner Meinung nach selbst schuld, wenn sie auf die DSGVO überreagieren.)

Die drei Letztgenannten (EU-LSR, Uploadfilter & Linksteuer) haben mit der DSGVO gemeinsam, dass die Macher sich anscheinend keinen Deut um den Teil des Internets scheren, der sich aus der Zivilgesellschaft zusammensetzt: Nonprofits, Vereine, Museen, Hobbyprojekte von Foren bis Blogs. Darauf wird nicht nur keine Rücksicht genommen, es wird erst gar nicht mitgedacht, was damit passieren könnte.

https://neunetz.com/2018/06/27/zur-dsgvo-und-anderen-angriffen-auf-das-internet/

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