Alle Artikel in: Zitate

der erste Monat mit der DSGVO

gut einen Monat ist die DSGVO nun in Kraft. Die befürchtete Abmahnwelle ist bisher ausgeblieben. Für Anwälte und Berater entwickelt sich das neue Geschäftsfeld dennoch ganz prächtig. Die Endnutzer entwicklen Routine beim abnicken (klicken) von seitenlangen Zustimmungen und Popups. Die sich daraus entwickelnden Risiken werden erst langsam deutlich. Facebook z Bsp. hat die Chance der Situation gleich mal genutzt sich die Zustimmung zur Gesichtserkennung zu verschaffen und dann gleich auch noch den Datenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook auszubauen. Mit der DSGVO ist Datenschutz nun auch noch auf dem besten Wege zur Allzweckwaffe für chronische Nörgler geworden. Mit den Auskunftsrechten kann man jeden kleinen Gewerbetreibenden zur Verzweiflung treiben. Spannend bleibt, ob und wann die Zivilgesellschaft auf die konkreten politischen Kolateralschäden der europäischen Gesetzgebung aufmerksam wird. Bisher wird fast nur in den speziellen Blasen der Internetwirtschaft und Netzaktivisten diskutiert wie mit der „guten Absicht Datenschutz“ letztlich nicht nur der Begriff Datenschutz demontiert wird. Für Europa sind die Kosten einer Onlinepräsenz enorm nach oben gegangen. Man nehme die vor der Abstimmung im EU-Parlament stehenden EU-LSR, Upload-Filter und die …

„Unsterblichkeitsprojekte“ nach Ernest Becker

„Um also unsere Angst vor dem unvermeidlichen Verlust unseres körperlichen Ichs zu kompensieren, versuchen wir, ein unsterbliches begriffliches Ich aufzubauen. Deshalb ist es Menschen so wichtig, ihren Namen auf Gebäuden, auf Denkmälern oder auf Buchrücken verewigt zu sehen. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, so viel unserer Zeit anderen zu widmen, insbesondere Kindern, in der Hoffnung dass unser Einfluss – also unser begriffliches Ich – unser körperliches Ich überdauern wird. Wir wünschen uns, dass man sich an uns erinnert, wir verehrt oder vergöttert werden, auch wenn unser körperliches Ich schon längst nicht mehr existiert. Becker bezeichnetet diese Anstrengungen als unsere »Unsterblichkeitsprojekte«, Projekte, die unserem begrifflichen Ich ein Weiterleben nach dem körperlichen Tod erlaubten.“ Mark Manson: Die subtile Kunst des drauf Scheissens. 2017 S.210

„woher kommt der Reichtum her“ (Wilson, 1983)

„Wo kommt der Reichtum her? Wenn man orthodoxen Wissenschaftlern glauben will, stammt er aus Land, Arbeit und Kapital. Die Marxisten hingegen behaupten, dass er nur mit Hilfe von Land und Arbeit erreicht wird und der Kapitalist ein Dieb ist, der ein künstliches Buchhaltungssystem in den Prozess hineingetragen hat. Beide haben Unrecht. Land und Arbeit allein, aber auch Land, Arbeit und Kapital können nicht neuen Reichtum produzieren, wenn man von der falschen Idee ausginge, Öl ausgerechnet da zu suchen, wo es kein Öl gibt. Die wirkliche Quelle neuen Reichtums sind die richtigen Ideen: brauchbare Ideen, d.h. negative Entropie oder Information. Der Ursprung solcher kohärenten (brauchbaren) Ideen ist das menschliche Nervensystem. Reichtum wird erst dadurch ermöglicht, dass menschliche Wesen ihre intelligenten Neuronen benutzen. (…) Der Buddhist weiß, dass das Gehirn all das produziert, was wir erfahren – all unsere Schmerzen und Sorgen, all unsere Wonnen und Ekstasen, unseren höheren evolutionären Durchblick und die zeitüberschreitenden Erlebnisse höchster Verzückung. Und auch im materialistisch-ökonomischen Sinne ist das Gehirn der größte Schatz im Universums: es produziert all die Ideen, die, wenn …

Precht, FDP, user generated content(2.10.2010)

auch schon etwas länger her, 2010 ! Precht erzählt der FDP im Oktober 2010 auf einem Freiheitskongress (!?) was von „user generated content“ und Internet. An den Stellen mit lautem Beifall ist nicht immer so ganz klar, ob dem Publikum so verständlich ist, was ihm gerade vorgehalten wird 🙂  

Konformismus vorn

Die Bereitschaft, etwas zu riskieren und sich mit einer ungewöhnlichen Idee oder abweichenden Meinung vorzuwagen, ist nicht sonderlich ausgeprägt, weil das Wagnis selten belohnt, ein Fehler hingegen geahndet wird. (Feldenkirchen: Die Schulz-Story/ Kapitel Jahr zwischen Höhenflug und Abstieg) Klasse Buch, Schulz könnte auch eine erfundene Romanfigur für die deutsche House of Cards Version sein.