Alle Artikel in: Frankreich

eilige Rückreise

17.3.2020 Meine erste Überwinterung im Süden begann vor 2 Jahren beruflich bedingt etwas verspätet Anfang Februar. Die aktuelle Überwinterung endete nun etwas plötzlich Anfang März. Letzten Donnerstag wurden die Hinweise auf einen bevorstehenden Ausnahmezustand in Spanien immer dichter. Die Nachrichten aus Deutschland, „Hamsterkäufe von Klopapier“ !?,hatten bis zu dem Zeitpunkt mehr Verwunderung als Sorge ausgelöst. Aber das absehbare Runterfahren (oder Zusammenbruch) einer Infrastruktur muss man nicht ohne Not im Ausland bewältigen; also zügig zurück nach Berlin, knapp 3000 km Freitagnochmal Zweifel, lassen sich ein paar Wochen Grippewelle vielleicht doch angenehmer in südlicher Sonne abwarten! Nach etwas Googelei überzeugten drastische Unterschiede zu den bekannten Grippewellen dann doch zur Abfahrt. Also Routenplanung: Mittelmeer oder Atlantik? Samstag 9 Uhr, Malaga, Start nach Norden. Im Supermarkt noch schnell Verpflegung für die Fahrt eingesammelt; Brot, Käse, Schinken, Saft und die gefährlich leckeren Kekse und Knabberzeug entschlossen nicht in den Einkaufswagen gekippt. Beim drögen Rollen knabbern… schlimm. Neugierig beim Toilettenpapier nachgeguckt, genug da, kein Hamsterreflex. Erste Etappe französische Grenze. Knapp 1000 KM, etwa 10 Stunden Rollen plus Pausen. Weil Vermutung: Auch …

Tanken!

18.11.2019 Ganz Früh vom Weingut, Chateau Bertinerie, los. Wieder keine Besichtigung. Für die nasse Kälte hätte ich auch in Berlin bleiben können. Also weiter zügig nach Süd-Westen. Kurzer Stop beim Bäcker für Baguette, dann Richtung Bordeaux, durch den Morgenstau und über die Grenze nach Spanien. Tankinhalt hat für die Durchquerung Frankreichs gereicht. Fein, aber gleich übermütig geworden und die erste Tanke hinter der Grenze übersehen. Die Berge an der A15 Richtung Pamplona sind hoch, draussen 3 Grad, die Steigungen immer länger und die Kilometer bis zur nächsten Tanke ziehen sich sehr, wenn man nervös die Tankanzeige beobachtet. An den Steigungen klettert der angezeigte „Momentanverbrauch“ auf 20 statt 6-10 Liter. Entsprechend unfreundlich die Hochrechnung. Der Bordcomputer springt plötzlich von 100 auf 0 Kilometer Reichweite, typisch digital. Die knappe Ansage „Tanken“ hatte ich so vorher auf dem Display noch nie gesehen. Dann kam endlich an einer Steigung die Tanke in Sicht und mein Kopfkino schaltete sofort von „Wanderung mit Tankkanister“ auf „Tank leer, nur 200 Meter vor Zapfsäule, haha!“. Aber Jumper brummte ohne Mucken bis an die …

fahren, fahren, fahren

Dank einer suboptimalen Terminplanung (oder Procastination beim Bürokram) war es plötzlich etwas eilig mit der Rückkehr in deutsches Hoheitsgebiet. Also von Malaga bis Freiburg 2200 km fahren, fahren, fahren. Kühlschrank voll, Hörbücher (Fitzek: Therapie und Jünger: Stahlgewitter) und eine Podcastliste geladen und los. Bis Barcelona tapfer alle Maut-Strecken umfahren und dann doch langsam die Geduld verloren und über die (teuren) Maut-Bahnen gen Germanien gerollt. Immerhin dank gleichmassigem Rollen mit nur einer Tankfüllung Diesel aus Spanien die knapp 30 Cent teureren Zapfsäulen in Frankreich umfahren.  Jüngers Stahlgewitter bei der Fahrt durch Frankreich passt geographisch. Wollte von Jünger schon seit Jahren mal mehr als nur Ausschnitte lesen. Die sich absehbar lang hinziehende Fahrt, Susi errechnete 19 bis 24 Stunden reine Fahrzeit, bot nun Gelegenheit das ganze Buch zu hören.  Aber stundenlange Beschreibungen des grässlichen Alltags in einem Stellungskrieg, Verwundete, Schreie, Leichen, Dreck, Gasangriffe, unterbrochen von heroischen Selbstdarstellungen des Kriegers – halten nicht wach.Ungefähr bei Perpingnon wurde Jünger abgesetzt und gegen Fitzek getauscht.Klassiker verdrängt Bestseller.  Kann sonst mit Krimis wenig anfangen, beim Lesen schleicht sich zuverlässig die Sorge was …

grüne Männchen auf der Straße

Morgens, praktisch vor dem Aufstehen, direkt ins Zentrum von Bordeaux gefahren. Prima leere Straßen und tatsächlich auch einen Parkplatz für meinen zierlichen Jumper gefunden. Gegen 10 Uhr dann kleiner Rundgang durch Gassen und hereinströmende Einkäufermassen (Samstag!). Nach 3 Stunden genug Altstadt, Kirchen und Stadtleben und auf den Weg Richtung Weingut im Norden der Stadt gestartet. Navi behauptete 1 Stunde 10 Minuten, es wurden 3 Stunden. Bei der ersten blockierten Brücke nach Westen war die vermutete Ursache noch Unfall oder Bauarbeiten. Nach dem Ausflug zur nächsten Brücke, auch mit Stau, aber in Bewegung, ging es zunächst flott Richtung Norden und mit schwächeren Verkehr aufs freue Land. Bis zu einem Kreisverkehr mit vielen Menschen in gelb-grünen Plastikwesten. Volksfest? Karneval? hätte vielleicht doch mal im Reiseführer lesen sollen. Die verteilten Flugblätter und angestrengt entschlossen blickende Plakatträger wiesen auf irgend einen Protest für oder gegen Macron hin. Soweit war auch mit null Französischkenntnissen zu verstehen. Aber kein Verdi-Schick mit roten Fahnen, Trillerpfeife und Müllsack-Uniform zu sehen. Protest für oder gegen Umgehungsstraße war die nächste Vermutung. Ich hatte Zeit, das …