grüne Männchen auf der Straße

Morgens, praktisch vor dem Aufstehen, direkt ins Zentrum von Bordeaux gefahren.

Prima leere Straßen und tatsächlich auch einen Parkplatz für meinen zierlichen Jumper gefunden.

Gegen 10 Uhr dann kleiner Rundgang durch Gassen und hereinströmende Einkäufermassen (Samstag!).

Nach 3 Stunden genug Altstadt, Kirchen und Stadtleben und auf den Weg Richtung Weingut im Norden der Stadt gestartet.

Navi behauptete 1 Stunde 10 Minuten, es wurden 3 Stunden.

Bei der ersten blockierten Brücke nach Westen war die vermutete Ursache noch Unfall oder Bauarbeiten.

Nach dem Ausflug zur nächsten Brücke, auch mit Stau, aber in Bewegung, ging es zunächst flott Richtung Norden und mit schwächeren Verkehr aufs freue Land.

Bis zu einem Kreisverkehr mit vielen Menschen in gelb-grünen Plastikwesten.

Volksfest? Karneval? hätte vielleicht doch mal im Reiseführer lesen sollen.

Die verteilten Flugblätter und angestrengt entschlossen blickende Plakatträger wiesen auf irgend einen Protest für oder gegen Macron hin. Soweit war auch mit null Französischkenntnissen zu verstehen.

Aber kein Verdi-Schick mit roten Fahnen, Trillerpfeife und Müllsack-Uniform zu sehen. Protest für oder gegen Umgehungsstraße war die nächste Vermutung.

Ich hatte Zeit, das Ziel war nur noch wenige Kilometer entfernt.

Dazu etwas Käse aus dem Kühlschrank und das frische Baguette vom Einkauf; auf dem IPad beginnt die Heute-Show vom Vorabend . Also im Jumper gute Stimmung.

Die Besatzung des einheimischen Audis, in der Schlange vor mir,  konnte der Situation weniger Positives abgewinnen.Plötzlich sprintet der Wagen zügig am Stau vorbei auf die Sperrkette der grünen Männchen zu, stopt, lautstarker Meinungsaustausch, dann Sprint im Rückwärtsgang zu einer Abzeigung und reifenquitschender Abgang über einen Feldweg.

Die oberflächliche Idylle der Protestveranstaltung bekam nun doch einen etwas angespannten Nebenton. Zwischen den stehenden PKWs rücken nun Motorradfahrer vor und meutern mit Hilfe aufjaulender Motoren.

Vor mir in der Reihe nun ein Wohnmobil mit spanischen Kennzeichen. Die Insassen nutzen die Zwangspause zum Gassigehen mit den Hunden.

Plötzlich wurde der Kreisverkehr von den Aktivisten frei gegeben.

Inzwischen hatte ich von zwei entrüsteten Damen erfahren, dass es um „Taxes“ geht ?!?

Die Hunde vom Vordermann sind wieder eingesammelt, es geht weiter.

Beim nächsten, mit grünen Aktivisten dekorierten Kreisverkehr, folgte ich sofort den zügig auf Nebenstraßen abbiegenden französischen Kennzeichen.

Am Zielort angekommen erst mal gegoogelt, worum es geht. In der Süddeutschen ( (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frankreich-macron-protest-gilets-jaunes-1.4214095)einen erklärenden Artikel gefunden. In einschlägigen Reiseforen hätte ich gestern schon erfahren können, was für heute wo in Frankreich zu erwarten ist, hab ich aber nicht gelesen.

Zum Abschuss dann wieder mal den Fehler gemacht in den Kommentaren zu lesen.

Die Truppe „Merkel ist schuld/ die Flüchtlinge…“ ist schon fleißig dabei Spritpreise in Frankreich und Diesel-Fahrverbote in Deutschland mit ihren Retroutopien zu verkleistern.

bäh.

durch Frankreich mit McDonalds

McDonalds

kaum über die Grenze ist Schluss mit Internet im Jumper. Die Mobilfunkkarte im Router mag nicht mit dem französischen Provider arbeiten und für 2 Tage Frankreich lohnt sich keine extra Karte.

Bei McDonald gibt’s WLAN. Da hatte ich einige Befürchtungen hinsichtlich der „Versorgung“ bei der Durchquerung.

Aber die Globalisierung hat offensichtlich auch vor der französischen Küche nicht kapituliert :-).

Also Navigation von Filiale zu Filiale.