Januar 2021, wie siehts aus?

21.1.2021

Nur ein paar Punkte:

  • der verrückte Clown ist gestern endlich abgeflogen.
  • das Symptom hat jetzt noch mehr Zeit für Golf, aber die Ursachen des Desasters sind leider noch sehr munter.

  • die Corona-Wette vom Sommer „wird schon nicht so schlimm kommen, Party! …“ wurde mehr als deutlich verloren.
  • die 2. oder auch schon 3. Welle läuft mit der real existierenden Impfstrategie um die Wette

  • Börsenkurse klettern immer noch munter mit den Geldmengen.
  • altmodische Fundamentaldaten wie KGV oder DCF scheinen völlig bedeutungslos geworden zu sein.
  • „Milchmädchen 2.0“ fachsimpeln jetzt bei Facebook, Youtube und Twitter über Waaserstoff, Elektoautos und Kryptowährungen.
  • Insolvenzen sind vertagt
  • Frühjahr/Sommer soll Jumper einmal rund um die Ostsee rollen –
    – – – hoffentlich dieses Jahr

eilige Rückreise

17.3.2020

Meine erste „Überwinterung im Süden“ begann vor 2 Jahren, beruflich bedingt etwas verspätet, Anfang Februar. Die aktuelle Überwinterung endete nun etwas plötzlich Anfang März.

Letzten Donnerstag, 12.3.2020, wurden die Hinweise auf einen bevorstehenden Ausnahmezustand in Spanien immer dichter.
Die Nachrichten aus Deutschland,
„Hamsterkäufe von Klopapier“ !?,
hatten bis zu dem Zeitpunkt mehr Verwunderung als Sorge ausgelöst.
Aber das absehbare Runterfahren (oder Zusammenbruch) einer Infrastruktur muss man nicht ohne Not im Ausland bewältigen;
also zügig zurück nach Berlin, knapp 3000 km

Freitag, 13.3.

nochmal Zweifel, lassen sich ein paar Wochen Grippewelle vielleicht doch angenehmer in südlicher Sonne abwarten! Nach etwas Googelei überzeugten drastische Unterschiede zu den bekannten Grippewellen dann doch zur Abfahrt. Also Routenplanung: Mittelmeer oder Atlantik?

14.3.. Samstag 9 Uhr, Malaga, Start nach Norden.

Im Supermarkt noch schnell Verpflegung für die Fahrt eingesammelt; Brot, Käse, Schinken, Saft und die gefährlich leckeren Kekse und Knabberzeug entschlossen nicht in den Einkaufswagen gekippt. Beim drögen Rollen knabbern… schlimm.
Neugierig beim Toilettenpapier nachgeguckt, genug da, kein Hamsterreflex.

Erste Etappe französische Grenze.

Knapp 1000 KM, etwa 10 Stunden Rollen plus Pausen. Weil Vermutung:
Auch Frankreich wird im Krisenfall die Fremden gern ausreisen lassen, aber nicht unbedingt zur Transitreise reinlassen. Also zügig durch Spanien rollen, rollen.

Gegen 23 Uhr dann bei Irun an einem einsamen, gelangweilten Uniformierten vorbei über die französische Grenze.

Schlafen zwischen vielen anderen Wohnmobilen auf einem „Autobahnparkplatz in Südfrankreich“.
Genau so ein typischer Übernachtungsplatz den man vermeiden sollte.
Autobahnraststätte, Südfrankreich, zwischen vielen Wohnmobilen, klar blöder gehts kaum. Aber egal, sooo müde.
Und tatsächlich hat da Nachts einer an der Fahrertür rumgebastelt. Da sind die Standardkästen so leicht zu knacken. Vorn war aber ausser Bonbonpapier nichts zu finden 🙂
Also , nächster Einbau, endlich ein Prickstop !
(Stand schon lange auf der Liste, immer wieder verschoben)

Sonntag, 15.3

Frühstück einkaufen und weiter. Erstmals Plastikhandschuhe beim Personal im Supermarkt bemerkt.

Das stundenlange Rollen über die Bahn ist so dröge. Die Podcasts scheinen sich nur noch um Corona zu drehen. Zur Abwechslung das 10 Stunden Hörbuch (Picard; Die letzte und einzige Hoffnung)

Immer weiter nach Norden durch schöne Landschaften, sollte man sich mal in Ruhe ansehen, könnte man doch ein paar Tage bleiben.
Aber in den Nachrichten werden nun Details der spanischen Ausnahmepläne bekannt, u. A. Ausgangssperren.
Na prima, doch besser stur weiterrollen, wer weiss wann die Franzosen anfangen.
Aus Deutschland kommen jetzt erste Überlegungen zum Schliessen der Grenzen nach Frankreich.

So rollen wir weiter in die Dämmerung. Im Dustern dann entspannt an die Rücklichter eines LKWs gehängt, beschallt mit Picards Startreck-Geschichte und kaffeewach.

Ausgerechnet bei der nächtlichen Durchquerung von Paris eine falsche Autobahnabzweigung gewählt. toll.

Im folgenden langen Tunnel scheitert Susi bei der Neuberechnung der Route.
Entweder GPS-Signal im Tunnel verloren oder die spanische SIM-Karte zickt mit dem französischen Netz oder Alles zusammen.
Fahrer kurvt ohne Navi-Ansagen in die vermutete Richtung der Autobahn, wird doch auch mal ohne Computer gehen, und endet kläglich in einem engen Einbahnstrassengewirr.
Unverdrossen werden die Abenteuer von Admiral Picard in den Weiten des Weltraums weiter verlesen, aber in den engen Strassen von Paris verschlechtert sich die Stimmung an Bord.
Autobahn in Sicht, aber keine Auffahrt!

(Googletrack hat einen Ausflug in die Stadtteile „Bobigny“ und „Drancy“ lückenhaft aufgezeichnet. Die gesichtete Autobahn hätte zudem in die falsche Richtung geführt)

Susi von Google und das bunte Waze sind plötzlich wieder munter und plappern widersprüchlichste Tourenvorschläge.
Einige spanische Meldungen dazwischen wecken den Verdacht, dass ein Teil der Anlage die aktuelle Ortsveränderung verpennt hat. Also Susi meint noch in Spanien zu sein.
Nach einem genervten Reset des iPads, also Kaltstart, kommen wieder klare Ansagen.

Nach gefühlten Stunden aus Paris wieder rausgefunden und auf einem Vorort morgens um 3 zum Schlafen eingeparkt.

Montag früh, 16.3.

Um 9 rüber in den Supermarkt fürs Frühstück einkaufen und…! auf besonderen Wunsch der Hombase auch eine Packung Rollenpapier.

Einige Kunden und das Personal tragen Handschuhe und hält etwas Abstand. An der Kasse werden sogar zwischendurch die Handschuhe besprüht.

Weiter Richtung deutsche Grenze. Autobahn leer. Bei Saarbrücken Strassensperren an der Grenze und kurze Ausweiskontrolle.
Keine Fragen woher ich komme.

Nachmittags, kurzer Halt auf einem Lidl-Parkplatz.

Einkauf abgebrochen. Die Massen strömen dichtgedrängt in die Halle. Keinerlei Schutz oder Abstand. Angekommen im Tal der Ahnungslosen?

Weiter bis kurz vor Berlin (Weimar), dort auf einem Stellplatz übernachtet.

Dienstag, 17.3.2020

Vormittags Endspurt nach Berlin.
Einparken und Ausräumen.
Hab so die Ahnung, dass mit dem Reisen erstmal ne Weile Schluss ist.

tschüss 2019

2019, schon Vergangenheit

Nur ein paar Stichpunkte aus meinem „Jahresabschluss“

2019, Google trackt mit 🙂
  • zu viele Kilometer gefahren (fast 30000 km lt Tacho)
  • zu viele neue Länder/Orte, bleibende Eindrücke verlangen Zeit!
  • zu wenig Bücher gelesen (statt dessen vielleicht zu viel Tourenbeschreibungen und zu „Technik rund um Leben auf Rädern“ gelesen.
  • Baltikum: man fährt von Berlin nur wenige Stunden nach Osten, die Sprachen werden immer fremder und unverständlicher/unlesbarer – gleichzeitig trifft man häufiger auf deutsche (Kultur)Geschichte (z.Bsp.: Mann, Kurische Nehrung)
  • Venedig: Gassen, Ruinen, Wasser… faszinierend. Immer nur schön Abstand zum Markusplatz halten 🙂
  • Portugal: die Wärme zieht an die Algarve und da werden die vielen rollenden Eigenheime zur Plage. Der Alentejo ist schöner, leerer und leider kälter.
  • Wohnen/Leben im Jumper fühlt sich inzwischen „normal“ an. Wohnen in einer Immobilie ist dagegen doch sehr immobil. Wird leider in Massen entdeckt (#Vanlive)
  • TTT, die jüngste technische Investition in den Jumper hat sich mehr als bewährt. Entsorgungsintervall ist von alle 3-4 Tage auf 3-4 Wochen gesprungen.

Consozial

Nur so ein Eindruck:
Im Herbst, vor Abfahrt in den Süden, zur Orientierung auf der Consozial.
Im Vorjahr wurde nach meinem Eindruck noch hoffnungsvoll auf die Digitalisierung geblickt (so neu im Jahr 2018!).
Da war viel von Abholen und Mitnehmen zu hören. „New Work“ in der Sozialwirtschaft und nur ein wenig Spott über Verkäufer in der Messehalle, die den Sozialunternehmen veraltete Software-Architekturen aus der Web 1.0-Zeit andrehen.

Dieses Jahr (2019) hingegen berichtete Verzweiflung aus dem Personalbereich.
Das Personal, nicht nur das Fachpersonal, wird sehr knapp.
Dazu das Tempo der Entwicklung.
Statt „digitaler Dividende“ zeichnet sich eine Welle an neuen Dokumentations- und Abrechnungsanforderungen ab.

Während also einerseits das Personal noch knapper wird, steigen die Compliance-Anforderungen aus diversen gutgemeinten Gesetzeswerken. Natürlich ohne Refinanzierung.
Absturz mit langer Ansage. Aber warum sollte es auch in der Sozialwirtschaft anders laufen wie vormals bei Verlagen, Banken, Versicherungen… und demnächst Autoindustrie.

Zum Bloggen

Das regelmässige Logbuch schreiben und das Sammeln von Erinnerungsfotos mit Datum und Koordinaten, wird besonders in der Kombination für mich persönlich immer wertvoller.

Damit schwindet jedoch zunehmend schneller der Bedarf an „Anschubs-Motivation“ durch Blog schreiben, publizieren und kommunizieren.

Die erforderliche Auseinandersetzung mit Technik (WordPress, Netzverbindung, Fotos einfügen, updates, Spamabwehr…) und Form (Layout, Kommata grosszügiger verteilen, Fotos passend einfügen) wird zudem lästig und zur Spassbremse.

Plattformen wie Instagram, Facebook, YouTube usw. bieten unkompliziertes Einstellen und Verwalten eigener Beiträge an. Am Ende importiere ich das Material dann wieder für meine Zwecke in mein Archivsystem … , wozu die Schleife !?

Anonymes Bloggen bei entsprechenden Plattformen ist mir offensichtlich zu anonym. Bemerke ich an meinen langen Beitragsintervallen.

Die „direkte“ Kommunikation, Austausch von Informatinen und Tipps, Verabredungen usw. hat sich immer stärker in Whatsapp, Telegram u. dergl. Dienste verlagert.

Ganze Videoclips lassen sich inzwischen einfacher per Telegram &Co übermitteln, statt umständliches Einbetten in einer Blogseite.

Also wozu noch das Blog!?

Jetzt

Eigentlich wollte ich um diese Zeit (Mitte Januar) 500 Kilometer weiter östlich in Spanien/Andalusien sein.
Glücklicherweise habe ich hier an der Algarve lang genug gebummelt, dass ich die Unwetter (Orkan, Schnee) an der Mittelmeerküste gerade verpasse.

2020 ?

„Wer plant irrt doch nur genauer“

oder:

„Ich bevorzuge das Finden gegenüber dem Suchen“