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Wer plant, irrte nur mal wieder genauer

28.3.2020 Erst gestern ist mir so richtig bewusst geworden, meine kleine Zickzackreise quer durch Europa wäre so jetzt nicht mehr möglich. Dieses Jahr nicht, und im nächsten Jahr wahrscheinlich auch nicht. Keine Erkenntnis aus neuen Informationen, nein, gelegentlich braucht es doch einen längeren Spaziergang, um zu erkennen was schon zwei Wochen offensichtlich ist. So ganz bewusstlos war die vorzeitige, eilige Fahrt von Malaga nach Berlin ja auch nicht. Bei der Entscheidung zur Reise vor ca. 3 Jahren hatte ich mir auch Gedanken über die verschiedenen Risiken so einer Auszeit gemacht. Verpasste Projektchancen, Knowhow-Verlust, mögliche Rezession in D bei Rückkehr (kein Aufschwung dauert ewig), Krankheit, Unfall usw. waren dabei. Aber „Ankunft der Marsmenschen“ oder eine weltweite Epedemie mit derartiger Durchschlagskraft auf Wirtschaft und Politik spielten nach meiner Erinnerung keine Rolle . Einfach nur Glück gehabt, die konkreten, naheliegenden Alternativen zum Reisen erschienen damals so grau und langweilig, das machte die Entscheidung leicht. Manchmal muss man den „grauen Herren“ (Momo, Michael Ende) einfach nur dankbar für die unbeabsichtigte Entscheidungsimpulse sein. Gut dass ich die Chance genutzt habe, …

grüne Männchen auf der Straße

Morgens, praktisch vor dem Aufstehen, direkt ins Zentrum von Bordeaux gefahren. Prima leere Straßen und tatsächlich auch einen Parkplatz für meinen zierlichen Jumper gefunden. Gegen 10 Uhr dann kleiner Rundgang durch Gassen und hereinströmende Einkäufermassen (Samstag!). Nach 3 Stunden genug Altstadt, Kirchen und Stadtleben und auf den Weg Richtung Weingut im Norden der Stadt gestartet. Navi behauptete 1 Stunde 10 Minuten, es wurden 3 Stunden. Bei der ersten blockierten Brücke nach Westen war die vermutete Ursache noch Unfall oder Bauarbeiten. Nach dem Ausflug zur nächsten Brücke, auch mit Stau, aber in Bewegung, ging es zunächst flott Richtung Norden und mit schwächeren Verkehr aufs freue Land. Bis zu einem Kreisverkehr mit vielen Menschen in gelb-grünen Plastikwesten. Volksfest? Karneval? hätte vielleicht doch mal im Reiseführer lesen sollen. Die verteilten Flugblätter und angestrengt entschlossen blickende Plakatträger wiesen auf irgend einen Protest für oder gegen Macron hin. Soweit war auch mit null Französischkenntnissen zu verstehen. Aber kein Verdi-Schick mit roten Fahnen, Trillerpfeife und Müllsack-Uniform zu sehen. Protest für oder gegen Umgehungsstraße war die nächste Vermutung. Ich hatte Zeit, das …

der erste Monat mit der DSGVO

gut einen Monat ist die DSGVO nun in Kraft. Die befürchtete Abmahnwelle ist bisher ausgeblieben. Für Anwälte und Berater entwickelt sich das neue Geschäftsfeld dennoch ganz prächtig. Die Endnutzer entwicklen Routine beim abnicken (klicken) von seitenlangen Zustimmungen und Popups. Die sich daraus entwickelnden Risiken werden erst langsam deutlich. Facebook z Bsp. hat die Chance der Situation gleich mal genutzt sich die Zustimmung zur Gesichtserkennung zu verschaffen und dann gleich auch noch den Datenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook auszubauen. Mit der DSGVO ist Datenschutz nun auch noch auf dem besten Wege zur Allzweckwaffe für chronische Nörgler geworden. Mit den Auskunftsrechten kann man jeden kleinen Gewerbetreibenden zur Verzweiflung treiben. Spannend bleibt, ob und wann die Zivilgesellschaft auf die konkreten politischen Kolateralschäden der europäischen Gesetzgebung aufmerksam wird. Bisher wird fast nur in den speziellen Blasen der Internetwirtschaft und Netzaktivisten diskutiert wie mit der „guten Absicht Datenschutz“ letztlich nicht nur der Begriff Datenschutz demontiert wird. Für Europa sind die Kosten einer Onlinepräsenz enorm nach oben gegangen. Man nehme die vor der Abstimmung im EU-Parlament stehenden EU-LSR, Upload-Filter und die …