Bürotag

Mit dem Geräusch eines klickenden Kugelschreibers leitete der klappbare Pfannengriff eine Demonstration seiner Flexibilität ein. Nur die Situation war nicht so passend gewählt. Angesagt war der Transport des zweiten Spiegeleis vom Herd zum bereits geduldig wartenden ersten Spiegelei auf dem Frühstücksteller.
Also gefordert  war jetzt jetzt nicht praktisches Einklappen zum platzsparenden Verstauen sondern schlicht Pfanne halten.
Statt dessen senkte sich nun die heisse Pfanne samt Öl und Spiegelei sacht auf den darunter liegenden Frühstücksteller. Während der verdutzte Hobbykoch noch entschlossen wie wirkungsarm den Pfannengriff gerade hielt, wurde zwischen Teller und abgesenktem Pfannenboden das erste Spiegelei getoastet.
Die Frühstücksvorbereitungen verliefen nun doch geringfügig anders wie geplant. Viel Zeit für Ursachenforschung am Pfannengriff blieb nicht, der Frühstücksteller begann sich mit Spiegelei und Pfannenboden zu verschweissen, verschmorter Plastikgeruch schob den Kaffeeduft in den Hintergrund.

Nach den notwendigen Interventionen Chaos aus Wischtüchern, Wasser und Geschirrhaufen im Abwaschbecken und äussert schlechte Laune.
Küche aufräumen, Manöverschäden beseitigen, kurz die wackelige Konstruktion des Klappgriffs verfluchen und auf Kurzfrühstück mit Kaffee und Müsli umgestellt.
Wenn ein Tag so schon anfängt.
Aber passt ja, für heute war Papierkram geplant,  Die Beschäftigung mit Steuer, Versicherungen und Abrechnungen aus der Eurobox mit dem Schriftkram stand an.

Also die Stimmung war bei der Perspektive schon entsprechend heiter.
Gestern schone extra einen Stellplatz mit WLAN und Stromversorgung angesteuert, Drucker, Ordner und Laptop aufgebaut.

Keine technische Hürde sollte den Tatendrang hindern oder gar Anlässe für Verschiebungen liefern.

Dann tatsächlich den ganzen Tag mit Formularen, Berechnungen, Ausdrucken, Kopieren und anschliessendem Eintüten der Arbeitsergebnisse verbracht.
Große Klasse was da nun alles erledigt und nicht verschoben wurde.
Zur Belohnung dann Abends in die kleine Stadt.

In der kleinen Stadt warteten dann unerwartet enger werdende Strassen für noch kleinere Autos, wo größere Autos auch mal nicht durch passen und auch nicht zurück können.

Andere Geschichte, aber so bekam der Bürotag einen zum Start passenden Abschluss.
Mache jetzt, glücklich den Gassen entkommen, 21 Uhr Feierabend bevor noch richtig was schief geht.

Eine Antwort auf „Bürotag“

  1. Oh, oh…. Morgengrauen in Reinform, da steigt der Puls. Dass Du dann trotz der Unbill die Disziplin für den lästigen Bürokram aufgebracht hast, verdient Respekt!
    Lass es Dir heute gut gehen, Du Held der alltäglichen Widrigkeiten. 💪

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.