Allgemein, Lettland
Schreibe einen Kommentar

Bergrad

Wir wollten nur mal eine kleine Runde um den See und zur nächsten Stadt fahren. Die letzten Erfahrungen mit Bromi auf Rundwegen lassen den Einsatz von normalen Fahrrädern mit normalen großen Raddurchmessern ratsam erscheinen. Man möchte ja doch möglichst rollen und weniger schieben und tragen.
Auf zum Fahrradverleih am Stellplatz.

Nur unförmige Geräte mit dicken Reifen und Mountainbike-Rahmen. Und Scheibenbremsen an einem Fahrrad!?!
Stabiles Vorurteil, ähnlich wie bei gestylten SUVs in der Stadt; fürs Gelände zu empfindlich und in der Stadt nur sperrig. Irgendwann verfestigt sich die Einschätzung „Senioren-Auto“ oder „Bedeutungsprothese“.
Erst wenn man mal einen echten Geländewagen im Gelände erlebt, wird wieder klar wozu Bodenfreiheit nützlich ist. Nein nicht um eine bequeme Einstiegshöhe bei Rückenproblemen zu erzielen.

Zurück zu den Zweirädern.
Alle Räder im Verleih sahen so aus. Auch für meine Laienaugen erkennbar unterschiedliche Typen, aber keine ernstzunehmende Ahnung von der Bedeutung.
Der Kenner hätte bei der Auswahl sicherlich eine ganze Liste an Beurteilungskategorien nutzen können, Schaltung, Bremsen, Rahmenform…
Der Sattel vom ersten Sportgerät in der Reihe wies von der Form eine Ähnlichkeit mit dem gewohnten Brooks-Sattel auf. Schlichte Hoffnung auf minimale Adaptionsprobleme beim grossen Schockabsorber kürzten den Auswahlprozess ab.

Die folgenden knapp 20 Kilometer überzeugen den Skeptiker schnell vom Fortbewegungsmittel Mountainbike. Sandflächen, bei denen sich Bromi schon beim Anblick gern schnell zusammenklappen und „trag mich!“ fordern würde, durchpflügten die breiten Reifen ohne Murren. Steile Forstwege, dekoriert mit Ästen und losem Schotter, rollt man im ersten Gang kontinuierlich strampelnd langsam hinauf.


Begreife nun verspätet manch heftige Texte von Bergwanderern zu Radfahrern im Gelände. Mit diesen speziellen Drahteseln sind Wege befahrbar, auf denen früher weder Auto noch Radler den Fußgänger nerven konnten.
Gelernt:
– fein dosierbare Scheibenbremsen sind sehr hilfreich bei steiler Abfahrt auf unsicherem Untergrund.
– grosse Schalthebel erwischt man besser bei ruckliger Fahrt

Erinnerungsfotos vom Leihrad, wird nicht die letzte Mountainbike-Fahrt sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.