Jahr: 2019

Moppelei

7.12.2019 Quarteira Es gibt Tage, da möchte man auf mehr oder weniger interessante Nachbarschaft verzichten und stellt sich auf einen fast leeren Strandparkplatz zwischen die PKWs. Passt Jumper gerade noch so rein. Die kleine Gemeinde rollender Behausungen drängt sich ein paar Hundert Meter weiter östlich oben auf den Klippen mit freier Sicht aufs weite Meer. Solche Ansammlungen locken gern mal ungebetene Überraschungs Gäste an. Da gibts was zu holen oder abzukassieren. Vorhin mal durch das Spalier der grossen und kleinen, mehrheitlich Plastikboxen spaziert und die vereinzelt brummelnden Diesel im Stand gehört. Wenn die Solarzellen am Tage nicht fleissig genug waren, muss abends der grosse Diesel per Lichtmaschine die Batterien wieder fit für den Fernsehabend machen. Die schönste Satelitenschüssel versagt, wenn kein Strom. Die Moppelei wird selten synchronisiert, nein lieber wird zeitversetzt, also ständig gemoppelt. Noch ein Grund etwas Abstand von den Massen zu halten. Ein grosser Jeep hat sich trotz, oder vielleicht auch wegen Allrad zu unaufmerksam , auf dem Strandabschnitt zwischen den beiden Wohnmobilgruppen festgefahren. Schon gemein, er ist offensichtlich der Spur eines leichteren …

Mertola

26.11.2019 Mertola, Portugal Wieder auf der Betonplatte unten am Fluss. Enten lassen sich träge durch den Morgennebel treiben. Postkartenstimmung. Dann kommt ein Angler und laest sein Radio Rocksongs der 60er dudeln. Nach einer 1/2 Stunde und einem Gespräch mit einem Einheimischen ist der Belgier samt Radio plötzlich wieder verschwunden. Ein paar Wohnmobile stehen in angenehmen Abstand nebeneinander am Fluss. Und, wie in der Navigationsapp als Episode beschrieben, genau eine grosse weisse Kiste hat sich quer in Sicht der Anderen vor das Flussufer postiert. Ein Belgier. Ist heute mein belgischer Tag.

Tennisgelände

21.11.2019 Alcobaca Am Morgen haben sich die merkwürdigen, mechanischen Geräusche nebenan geklärt. Am Vorabend hatte ich den Jumper in der Dunkelheit neben einem Container eingeparkt. Der Platz am Strand bot schöne Aussicht bei Sonnenlicht, dann aber nur noch lautes Brandungsgetöse in der Dunkelheit. Mit der Aussicht auf einen gelungenen Frühstart mit frischen Brötchen lockte der Supermarktparkplatz 15 Minuten entfernt. Also mal wieder, entgegen aller guten Vorsätze, ( „ab 15 Uhr neue Stellplätze bei Licht anfahren“ ) mit Susi‘s Hilfe durch Regen und dunkle Wege zum Supermarkt gerollt, eingeparkt und früh eingeschlafen. Und in der Früh nun die Quietscherei auf der Fensterarmen Seite von Jumper. Irgendwann dann doch zu neugierig, Schiebetür auf;Der Container ist ein Container mit Müllpresse. Und die intonierte ab ca. 6 Uhr die dumpfen Polter- und QuietschGeräusche. Nun also früh wach, könnte man die frischen Brötchen… Supermarkt macht erst ab 9 auf. Dann eben nicht. Müsli, Kaffee und auf die Rollbahn. Leiste mir Maut (Tollcard) und langweilige, aber zügigere Bewegung per Autobahn zur nächsten Übernachtungsstation. Stellplatz auf dem Gelände eines Tennisclubs in Alcobaca …

Endlich

Es hat sich etwas hingezogen. 3000km. Atlantikstrand ohne Strandkörbe statt Strandsimulation in Schöneberg. Am Übernachtungsplatz (am Castell Braganca) heute morgen an der spanischen Grenze war es ungemütlichst nasskalt (3 Grad). Imposant war Annäherung von Regenwolken und Morgennebel über dem Tal. Statt Castellbesichtigung direkt auf die Bahn Richtung Westen an die Küste. Landschaftlich eine schöne Strecke von Braganca nach Aveiro, trotz Dauerregen gut erkennbar. Doch bei dem Wetter sind auch Porto und Douro Tal nicht so anziehend. Am Atlantik angekommen, gibt es auch mal kurz Sonne zur Begrüßung 😎 Grauer Himmel, aber schon 13 Grad. Wir nähern uns gewünschten Umgebungstemperaturen .

Tanken!

18.11.2019 Ganz Früh vom Weingut, Chateau Bertinerie, los. Wieder keine Besichtigung. Für die nasse Kälte hätte ich auch in Berlin bleiben können. Also weiter zügig nach Süd-Westen. Kurzer Stop beim Bäcker für Baguette, dann Richtung Bordeaux, durch den Morgenstau und über die Grenze nach Spanien. Tankinhalt hat für die Durchquerung Frankreichs gereicht. Fein, aber gleich übermütig geworden und die erste Tanke hinter der Grenze übersehen. Die Berge an der A15 Richtung Pamplona sind hoch, draussen 3 Grad, die Steigungen immer länger und die Kilometer bis zur nächsten Tanke ziehen sich sehr, wenn man nervös die Tankanzeige beobachtet. An den Steigungen klettert der angezeigte „Momentanverbrauch“ auf 20 statt 6-10 Liter. Entsprechend unfreundlich die Hochrechnung. Der Bordcomputer springt plötzlich von 100 auf 0 Kilometer Reichweite, typisch digital. Die knappe Ansage „Tanken“ hatte ich so vorher auf dem Display noch nie gesehen. Dann kam endlich an einer Steigung die Tanke in Sicht und mein Kopfkino schaltete sofort von „Wanderung mit Tankkanister“ auf „Tank leer, nur 200 Meter vor Zapfsäule, haha!“. Aber Jumper brummte ohne Mucken bis an die …